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Willkommen im
Café Holunder, in dem "ADS" bzw.
"ADHS" ("Aufmerksamkeits-
Defizitstörung mit oder ohne Hyperaktivität")
kritisch hinterfragt wird. Sie starten hier auf
der aktuellen Seite 37. Oben sind alle
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Ihr Dipl.-Psych. H.-R. Schmidt |
Renate
Schmidt und die Pharma, Teil 2:
Pharmawerbung
auf Umwegen
Wir haben in 2011 über die verkappte Werbeaktion des
Pharmariesen Shire berichtet (1), der unter
Schirmherrschaft von Renate Schmidt (SPD), ehemalige
Bundesfamilienministerin, über ADHS "aufzuklären"
gedenkt und die Aktion "ADHS und Zukunftsträume"
gegründet hat (2). Shire möchte in Deutschland ins ADHS-Geschäft
bei Erwachsenen kommen, und weil in Deutschland offene
Medikamentenwerbung verboten ist, versucht es der Konzern
durch die Hintertür einer solchen vorgeblichen
Aufklärung. Die Aktion hat auch einen Beirat, dem nicht
nur Klaus Wenzel als Präsident des bayerischen
Lehrerverbands, sondern auch Dr. Myriam Menter,
Geschäftsführerin von "ADHS Deutschland e.V.",
angehören. Ein Beleg dafür, dass ADHS Deutschland e.V.
an ADHS-pharmagesponserten Aktionen beteiligt ist.
Die Frankfurter Rundschau berichtet nun in ihrer Ausgabe
vom 18. April 2012 über eine Veranstaltung dieser Aktion
unter der Überschrift: Pharmawerbung auf Umwegen
(3). Hier distanziert sich der bekannte Kölner
Psychiater Prof. Dr. Lehmkuhl von Aussagen von Frau
Schmidt, wie sie sie auch kürzlich in der Talkshow Lanz
von sich gegeben hat. Auch Hans Reinhard Schmidt als
Sprecher der Konferenz ADHS (4) kommt zu Wort.
Dass sich der bayerische Lehrerverband vor eine
pharmagesponserte ADHS-Veranstaltung spannen lässt, ist
ein Skandal. Aber dass sich die ADHS-Szene mit derart
halbseidenen Aktionen nur weiter fleißig am eigenen
Stuhl sägt, ist kein Skandal, sondern eher suizidal.
1. http://www.ads-kritik.de/ADS-Kritik36.htm
2. http://www.adhs-zukunftstraeume.de/default.aspx
3. ADHS-Hersteller Shire: Wie ein
Pharmakonzern das Werbeverbot austrickst | Wirtschaft -
Frankfurter Rundschau
4. http://www.adhs-konferenz.de/
Im Westen nichts Neues
Kölner
ADHS-Netzwerk nimmt Stellung
Das Viergestirn Döpfner, Banaschewski, Rösler und
Skrodzki vom Zentralen ADHS-Netzwerk in Köln hat eine
Stellungnahme zu häufigen angeblichen Fehlinformationen
der Presse zu ADHS veröffentlicht (3). Darin heißt es u.a.
(Zitat):
ADHS kann ab dem Grundschulalter in der Regel
zuverlässig diagnostiziert werden. Die Behauptung, dass
ADHS kein spezifisches Störungsbild sei, ist nicht
haltbar.
Die Autoren bestätigen indirekt, dass ADHS im
Vorschulter nicht zuverlässig diagnostiziert werden kann.
Dennoch werden Kinder bereits im Vorschulalter
diagnostiziert. Aber was genau ab dem Grundschulalter
angeblich in der Regel zuverlässig diagnostiziert werden
kann, ist durchaus unklar: Sind es unspezifische,
vieldeutige Verhaltensweisen mit und ohne
Störungscharakter, hinter denen keine einheitliche
Krankheit steht? Oder ist es genau das, nämlich eine
spezifische Krankheit?
Wenn es sich um eine spezifische Krankheit handeln soll,
so muss sie sich ätiologisch und/oder symptomatologisch
von anderen Krankheiten relativ klar abgrenzen lassen.
Und genau hier ist die Forschungslage völlig unklar. Es
gibt noch fast keine differentialdiagnostische ADHS-Forschung,
die wissenschaftlichen Forschungskriterien genügt und
die diesbezügliche Spezifität von ADHS belegen könnte.
Besonders pikant: Banaschewski selber hat dies, was die
Ätiologie anbelangt, andernorts bestätigt, weshalb
seine gegenteilige Behauptung hier doch sehr verwundert (Zitat):
So far, a specific pathophysiological pathway has not
been identified (1). Er stellt fest, dass die
bisherige Forschung die Frage, ob es ADHS als von anderen
unterscheidbare spezifische Störung überhaupt gibt, im
Unklaren lasse. Aus seiner Forschungsübersicht
bisheriger Vergleiche von ADHS mit anderen
neuropsychologischen, neurobiologischen und genetischen
Korrelaten zieht er den Schluss, dass es bisher keine
ADHS-Spezifität gibt.
Die hohe Zahl von Falschdiagnosen in der klinischen
Praxis zeigt ja auch, dass es praktisch (und wohl auch
theoretisch) unmöglich ist, eine reine bzw.
spezifische ADHS zu finden, die sich symptomatologisch
nicht erheblich oder gänzlich deckt mit anderen
Störungsbildern bzw. Krankheiten. Die Behauptung, dies
sei widerlegt, ist falsch.
Weiter heisst es:
Über die Ursachen von ADHS liegen empirisch gut
gesicherte Erkenntnisse vor. Die Behauptung, dass die
Ursachen gänzlich ungeklärt, vermutlich aber in
Reizüber-flutung und mangelnder Erziehungskompetenz zu
suchen sind, ist nicht haltbar.
Die Ursachen von ADHS sind in Wahrheit ungeklärt, sowohl
was psychosoziale, neurobiologische, hirnmorphologische
oder funktionelle als auch genetische Faktoren
betrifft. Bei keinem der bisherigen Befunde ist die
Kausalität (Ursache bzw. Folge) geklärt. Ob auch
Reizüberflutung und mangelnde Erziehungskompetenz
Ursachen sind, ist bisher mangels entsprechender
Forschung ebenso wenig geklärt. Daraus ihre ursächliche
Bedeutungslosigkeit abzuleiten, ist nicht zulässig. Aus
der klinischen Wirklichkeit, dass Ärzte kaum mangelnde
Erziehungskompetenz als Ursache feststellen können und
lieber an ADHS als körperliche Störung glauben,
Fachleute in den deutschen Erziehungsberatungsstellen
aber umgekehrt, lässt sich ersehen, dass die Diagnostik
einer mangelnden Erziehungskompetenz viel mehr Zeit und
viel weniger Profitdenken voraussetzt, als sie ein Arzt
aufbringen kann. Die Behauptung, ADHS resultiere nicht
aus mangelnder Erziehungskompetenz und psychosozial-familiären
Störungen, leugnet einen chronisch blinden Fleck in der
Alltagspraxis überlasteter deutscher Ärzte und
schließt aus einem Forschungsdefizit auf die
Nichtexistenz eines Phänomens.
3. Weiter heisst es: ADHS ist
keine Erfindung der letzten Jahrzehnte
Dass
die Autoren hier wieder mit dem albernen angeblichen ADHS-Prototyp
des Hoffmann´schen Zappelphilipps daherkommen, kann man
nicht gerade als wissenschaftliche Argumentation
betrachten, obwohl sie diesen Begriff der
Wissenschaftlichkeit dauernd wie eine Monstranz vor sich
hertragen. Dr. Philipp Julius von Fabricius, renommierter
Frankfurter Arzt und das reale Vorbild für Hoffmanns
Zappelphilipp, litt als Kind keineswegs an einer
Krankheit oder Störung ähnlich ADHS. Der
bekannte Literaturdetektiv" Prof. Dietmar
Grieser sagt hierzu: Dass spätere Forscher
aus
dem bloßen Taufpaten ein hypernervöses Kind,
ja sogar einen Epileptiker machen werden, ist ein Fall
von Überinterpretation, der dem kerngesunden Philipp
Fabricius nur ein müdes Lächeln entlocken kann (2).
Dass es immer schon extrem unruhige und/oder
unaufmerksame Kinder gab, ist ohnedies jedermann bekannt.
Symptomatologisch gibt es dafür aber viele
unterschiedliche Ursachen. Gerade deshalb ist ADHS als
codifizierbare und abrechnungsfähige Krankheit durchaus
eine Erfindung der letzten Jahrzehnte, in die Welt
gesetzt durch einen schlichten Mehrheitsbeschluss gegen
Widerstände- amerikanischer Ärzte im Jahre 1967.
Die begründeten Widerstände der damaligen Ärzte -und
nicht nur dieser- gegen das Konstrukt ADHS dauern fort.
1. Banaschewski T,
Hollis C, Oosterlaan J, Roeyers H, Rubia K, Willcutt E,
Taylor E.
Towards an understanding of unique and shared pathways in
the psychopathophysiology of ADHD: Dev Sci. 2005 Mar;8(2):132-40.
2. Dietmar Grieser: Paulinchen war allein zu Haus.
Inselverlag 1992 (das obige Bild von Philipp von
Fabricius stammt aus diesem Buch).
3. Stellungnahme Zentrales ADHS-Netzwerk
Aus
für Concerta in Europa
Das ADHS-Medikament
Concerta darf in Europa in der Erstbehandlung Erwachsener
nicht mehr angewendet werden. Das entsprechende Verbot in
USA steht bevor.
Nachdem der Hersteller Johnson & Johnson nicht in der
Lage war, die Überlegenheit des Medikaments über
Placebo klar zu belegen, und nachdem sich zeigte, dass es
stattdessen Angst-, Aggressions- und Erregungszustände
verursachen kann, wurde ihm keine Zulassung für
Erwachsene erteilt.
Unveröffentlichter Concerta-Report
Cafe
Holunder 07.03.2012
Leon Eisenberg
ADHS: Paradebeispiel für eine fabrizierte Erkrankung
Sie wissen es vielleicht
noch nicht: Der renommierte amerikanische Psychiater Leon
Eisenberg, der 2009 verstarb, kann als Erfinder der
Krankheit ADHS gelten. Das erklärt der ebenfalls
renommierte Biologe und Wissenschaftsjournalist Jörg
Blech, den wir hier schon mehrfach kennengelernt haben,
in DER SPIEGEL 06/2012 in seiner sehr lesenswerten
Titelgeschichte Die gestresste Seele. Wir zitieren daraus
in Kursivschrift den Absatz, der sich auf ADHS bezieht:
Die Karriere der heute wohl bekanntesten aller seelischen
Kinderkrankheiten begann 1935: Damals hatten Ärzte in
den USA erstmals versucht, zappeligen und
unkonzentrierten Grundschülern ein Hirnleiden
anzuhängen. Diese Kinder hätten mit den Folgen einer
Gehirnentzündung zu kämpfen, hieß es, und litten am
sogenannten postenzephalitischen Syndrom. Dieser Begriff
konnte sich allerdings nicht durchsetzen viele der
angeblich betroffenen Kinder hatten niemals eine
Enzephalitis gehabt.
In den sechziger Jahren war es dann der US-Psychiater
Leon Eisenberg, der dem Krankheitsbild, unter neuem Namen,
zum Durchbruch verhalf. Abends spielte der Arzt zu Hause
mit seinen eigenen Kindern; tagsüber kümmerte er sich
um schwierige Schüler und probierte
Psychopharmaka an ihnen aus. Anfangs experimentierte er
mit Dextroamphetamin, später verschrieb er
Methylphenidat zum Pausenbrot. Und siehe da: Die Mittel
veränderten das Verhalten; temperamentvolle Kinder
wurden gefügig.
Auf einem Seminar der Weltgesundheitsorganisation
kämpften Eisenberg und sein Kollege Mike Rutter 1967
darum, die angebliche Hirnstörung als eigenständige
Krankheit in den Katalog der psychiatrischen Leiden
aufzunehmen. Den eher psychosomatisch geprägten Ärzten
in der Runde ging das zu weit, doch Eisenberg und Rutter
ließen nicht locker und setzten sich durch. Im
Diagnostischen und Statistischen Manual" ist
die hyperkinetische Reaktion des Kindesalters"
anno 1968 aufgetaucht und hat darin bis heute ihren Platz,
und zwar unter dem inzwischen gebräuchlichen Namen ADHS.
Damit war eine Erkrankung in der Welt, die es vielen
recht machte. Die Vorstellung, ADHS habe genetische
Ursachen und sei damit angeboren, entlastete die Eltern.
An der Erziehung könne es nicht liegen, wenn das eigene
Kind nicht funktioniere wie gewünscht. Und so gibt es in
Deutschland in jeder Grundschulklasse inzwischen
statistisch ein Kind mit der Diagnose ADHS. Damit
Tobemarie und Zappelphilipp ruhiger werden, erhalten sie
Mittel wie Medikinet und Ritalin. Das freut die Industrie:
Der Verbrauch des darin enthaltenen Betäubungsmittels
Methylphenidat erreicht jedes Jahr neue Rekorde. Wurden
1993 noch 34 Kilogramm in Apotheken umgeschlagen, waren
es im vorigen Jahr 1760 Kilogramm.
Ein Blick in die USA zeigt, dass durchaus noch Luft nach
oben ist. Von den zehnjährigen Jungen schluckt
mittlerweile bereits jeder zehnte ein ADHS-Medikament und
das jeden Tag. Doch ausgerechnet der wissenschaftliche
Vater von ADHS hat die Explosion der Verschreibungen mit
wachsendem Entsetzen verfolgt. Leon Eisenberg übernahm
später die Leitung der Psychiatrie am renommierten
Massachusetts General Hospital in Boston und wurde zu
einem der bekanntesten Nervenärzte der Welt. In seinem
letzten Interview, sieben Monate vor seinem Tod an
Prostatakrebs im Alter von 87 Jahren, distanzierte er
sich von seiner Jugendsünde.
Ein großer, hagerer Mann mit Brille und Hosenträgern
öffnete 2009 die Tür zu seiner Wohnung am Harvard
Square, lud an den Küchentisch und schenkte Kaffee aus.
Niemals hätte er gedacht, erzählte er, dass seine
Erfindung einmal derart populär würde. ADHS ist
ein Paradebeispiel für eine fabrizierte Erkrankung",
sagte Eisenberg. Die genetische Veranlagung für
ADHS wird vollkommen überschätzt.
Stattdessen sollten Kinderpsychiater viel gründlicher
die psychosozialen Gründe ermitteln, die zu
Verhaltensauffälligkeiten führen können, sagte
Eisenberg. Gibt es Kämpfe mit den Eltern, leben Mutter
und Vater zusammen, gibt es Probleme in der Familie?
Solche Fragen seien wichtig, aber sie nähmen viel Zeit
in Anspruch, sagte Eisenberg und fügte seufzend hinzu:
Eine Pille verschreibt sich dagegen ganz schnell."
Den ADHS-Geist, den er gerufen hatte, wurde Eisenberg
nicht mehr los.
DER
SPIEGEL 06/2012
10
Jahre Café Holunder
Liebe Gäste,
unser Café Holunder feiert sein zehnjähriges Bestehen!
In ganz Deutschland ist es inzwischen bekannt, und es hat
wesentlich dazu beigetragen, die Modekrankheit ADHS
kritisch zu hinterfragen. Vielen Eltern, Lehrern,
Fachleuten und angeblich Betroffenen konnte dabei
geholfen werden, selber oder im Umgang mit ihrem Kind
oder ihrer Klientel nicht in die ADHS-Medikamentenfalle
zu tappen, sondern immer genau nachzusehen, worin die
Probleme eines Menschen psychosozial oder medizinisch
wirklich wurzeln.
In der KONFERENZ ADHS haben wir die Unterstützung
renommierter Fachleute gewonnen und unserem Café
sozusagen einen Seminarraum anschließen können.
Während Sie also im Café auch weiterhin Ihren Café
Latte schlürfen, sich informieren, unterhalten und
austauschen können, bietet die Konferenz
wissenschaftliche Beiträge und Informationen, nebst
unseren Pressemitteilungen.
Besuchen Sie uns also weiter so gerne wie bisher, und
bleiben Sie kritisch!
Ihr Café Holunder im Januar 2012
Das ADHS-Diagnose-Dilemma
(ADD)
Diagnose zu oft und zu oft falsch
Bei der
kürzlichen Veröffentlichung des Arztreports 2012 der
Barmer GEK wird ADHS (Aufmerksamkeitsstörung mit
Hyperaktivität) als eine neue
Kinderkrankheit erwähnt, die im Vormarsch und
obendrein teuer sei.
Dass ADHS eine spezifische, gar neue
Kinderkrankheit sei, darf allerdings nach wie vor
erheblich bezweifelt werden. Die bisherige Forschung
lässt die Frage der Spezifität einer Krankheit namens
ADHS weiter offen. ADHS ist vielmehr ein diagnostischer
Sammeltopf vieler ganz unterschiedlicher anderer
Störungen. Etwas überspitzt lässt sich sagen, dass es
ADHS ohne Ritalin schon lange nicht mehr gäbe, wie
seinerzeit die Modediagnose MCD (Minimale Cerebrale
Dysfunktion).
Und was die Zunahme der Diagnose anbelangt: Bereits im
Jahr 2000 fand man, dass mehr als die Hälfte der ADHS-Diagnosen
bei Kindern nicht den Diagnoserichtlinien entsprach und
damit falsch war. Fast 75 % der Kinder, die mit
Methylphenidat behandelt wurden, hatten eine falsche ADHS-Diagnose
(Angold 2000). Im Jahre 2010 berichtete Todd Elder nach
der Untersuchung der Daten von 12 000 Kindern, dass es in
USA wahrscheinlich 1 Million Kinder mit einer falschen
ADHS-Diagnose gibt.
Und nun wurde in diesen Tagen in der Schweiz untersucht,
ob sich Fachleute an die offiziellen Diagnoserichtlinien
halten, wenn sie gebeten werden, eine ADHS-Diagnose bei
Kindern zu stellen. Im Unterschied zu den vorgenannten
Studien, in denen bereits existierende Diagnosen
nachgeprüft wurden, wurden hier die Diagnostiker direkt
zu vorgegebenen Fallvignetten befragt, was sicherlich ein
besonders strenges Kriterium darstellt. Und dennoch
stellten auch hier 17 % der 1000 einbezogenen
Diagnostiker falsche Diagnosen, bei Jungen sogar doppelt
so häufig wie bei Mädchen, obwohl die Symptomatik
dieselbe war.
Auch sonst gibt es einen Wildwuchs an ADHS-Diagnostik,
die mangelnde Reliabilität und Objektivität der
Diagnosepraxis ist hinreichend belegt. Manche
Diagnostiker orientieren sich an ihrem Bauchgefühl (Winkler),
andere immer noch an Methylphenidat als Diagnostikum nach
dem Motto: wenn es wirkt, ist es eben ADHS (Schimanski).
ADHS wird viel zu oft und zu oft fasch diagnostiziert.
Die Diagnose macht blind für psychologische
Zusammenhänge.
Quellen:
Angold A, Erkanli A, Egger H.L, Costello
E.J. (2000): Stimulant treatment for children: a
community perspective. J Am Acad Child Adolesc Psychiatry. 2000 Aug;39(8):975-84.
Bruchmüller K, Margraf J, Schneider S.
(2012): Is ADHD diagnosed in accord
with diagnostic criteria? Overdiagnosis and influence of
client gender on diagnosis. J Consult Clin Psychol. 2012
Feb;80(1):128-38.
Elder, T.E. (2010): The importance of relative standards in
ADHD diagnoses: evidence based on exact birth dates. J Health Econ. 2010 Sep;29(5):641-56.
Schimanski, H-Chr.(2012): http://www.schimansky-netz.eu/formulare/aussenfiltertest-bei-adhs.pdf
Winkler, M. (2012): http://adhsspektrum.wordpress.com/2012/01/03/was-ist-adhs-und-was-nicht/
Pressemitteilung
Konferenz ADH
Kleine Chaoten - oder doch ADHS?
Seminar mit
Hans-Reinhard Schmidt
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