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ADS-Bücher: Kritisch Ritalin: Ein folgen- Das Verschwinden der Mädchen von der Oh wie verführerisch Alternative Behandlung Alternative Sichtweisen bei ADS Fundsachen: ADS-Foren kritisch betrachtet Teil 1 |
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Gäste, Hilfe
für Ihr "ADHS-Kind"? 1. Wenn Ihr Kind ungwöhnliche, besorgniserregende Verhaltens- und/oder Entwicklungsprobleme zeigt, wenden Sie sich an Ihren Kinderarzt, ein Frühförderzentrum (FFZ), ein Sozialpädiatrisches Zentrum (SPZ) oder eine Erziehungsberatungsstelle (EB). In diesen Einrichtungen achtet man auf möglichst alle Faktoren im Leben Ihres Kindes, also nicht nur auf seine körperliche Seite, sondern auch auf seine Seele, seine Familie, seine Umwelt, seine Persönlichkeit. Während Sie für das FFZ und das SPZ die Überweisung eines Kinderarztes zur Kostenübernahme durch Ihre Krankenkasse brauchen, können Sie in die (kostenfreie) EB ohne ärztliche Überweisung gehen. Auch in der EB ist die Mitwirkung eines Arztes sichergestellt. 2. Vermeiden Sie im Allgemeinen Ärzte, Psychologen oder andere "Fachleute" , die derzeit als "ADHS-Spezialisten" gelten. Vermeiden Sie im Allgemeinen auch "ADHS-Spezialkliniken". Solche Fachleute und Kliniken sehen oft nicht mehr die gesamte Bandbreite normaler über leichter bis schwerer beeinträchtigter Kinder, sondern nur noch einen eher extremen Ausschnitt davon ("Tunnelblick"), weshalb sie vielleicht schneller bereit sind, Ihr Kind als "pathologisch" einzuschätzen und vorschnell medikamentös zu behandeln. Außerdem neigen sie zu einer oft allzu biologistischen (also nur die körperliche Seite betonenden) Sichtweise, die die psychosozialen Einflüsse vernachlässigt. 3. Vermeiden Sie
angebliche Fachleute, die Ihnen zu "alternativen"
Heilmethoden wie Nahrungsergänzungsstoffen (z.B. Algen),
Allergietests, Kräutern, Biofeedback,
Computertomographien, Hypnose, Zahnsanierungen (Amalgam),
etc. bei "ADHS" raten. Meist handelt es sich um
unwissenschaftlichen Nepp, der Sie sehr viel Geld kosten
kann. Lassen Sie sich auch keine übertriebene oder
ideologisch begründete Panik (wie z.B. von Scientology)
vor Medikamenten bzw. Stimulanzien (z.B. Ritalin)
einreden. 5. Fragen Sie den Arzt oder Psychologen, wie er die sog. multimodale Behandlung bei ADHS praktiziert, insbesonders, mit welchen anderen Fachkräften (Lehrer, Erzieherinnen, EB-Stelle etc.) er als Team kindbezogen gewöhnlich zusammenarbeitet und welchen Stellenwert er dabei Stimulanzien einräumt. Wenn er den eindeutigen Schwerpunkt nicht auf psychotherapeutisch-psychoedukative bzw. entwicklungsfördernde Maßnahmen setzt, sondern auf Stimulanzien, wechseln Sie den Arzt oder Psychologen. 6. Wenn der Arzt oder Psychologe als ersten und alleinigen Schritt Stimulantien empfiehlt, lehnen Sie dieses Vorgehen ab und fragen stattdessen nach psychotherapeutischen bzw. psychoedukativen oder entwicklungsfördernden Maßnahmen. Wenn er Ihnen dabei nicht viel anzubieten hat, nicht mit anderen diesbezüglichen Fachleuten kooperiert oder sogar von diesem Vorgehen abrät und allein auf Psychostimulanzien setzt, wechseln Sie den Arzt oder Psychologen. 7. Verlangen Sie bei der Anwendung psychotherapeutischer bzw. psychoedukativer Maßnahmen, dass nicht nur Ihr Kind, sondern auch Sie als Vater und Mutter und ggbf. auch die Geschwister Ihres Kindes in die Maßnahmen eng einbezogen werden (familientherapeutisch-systemisches Gesamtkonzept der multimodalen Therapie bei ADHS). Effektive multimodale Therapie bei ADHS baut auf einer Familientherapie auf, also auf einer die Ressourcen der gesamten Familie einbeziehenden Therapie. Wenn Ihr Arzt oder Psychologe dies nicht unterstützt, wechseln Sie ihn. 8. Sprechen Sie mit oder über Ihr Kind nie in dem Sinne, es "habe ADHS". Das würde so klingen, als leide es an einer Krankheit. Zum Einen ist wissenschaftlich nicht belegt, dass es ADHS als medizinische Krankheit überhaupt gibt. Zum Anderen vermeiden Sie damit eine schädigende Stigmatisierung, die das Selbstwertgefühl und die soziale Integration Ihres Kindes unnötig gefährdet. Ihr Kind hat stattdessen Entwicklungs- und/oder Verhaltensschwierigkeiten. Sprechen Sie von seinen Verhaltensschwierigkeiten stets in positiv-kritischer, aufbauend-wohlwollender Bewertung. 9. Wenn Ihr Kind dennoch begründetermaßen und vorübergehend Stimulanzien (wie Ritalin) nehmen muss, glauben und sagen Sie nie, dies sei Medizin gegen irgendeine dauerhafte oder unheilbare körperliche oder hirnbetreffende Krankheit "ADHS". Dies ist wissenschaftlich nicht belegt. Erklären Sie stattdessen, dass das Medikament nur vorübergehend dabei helfen kann, in der Psychotherapie oder sonstigen Fördermaßnahme raschere Fortschritte zu machen, und dass man das Medikament sofort nicht mehr brauche, wenn die Fortschritte anhalten. Ihr Kind soll das Medikament nur als vorübergehende Unterstützung auf dem Wege zu einer Verbesserung, die das Medikament überflüssig machen wird, begreifen. Ihr Kind soll mit Ihnen gemeinsam das Ziel verfolgen, selbstverantwortlich ohne das Medikament leben zu lernen. Es macht für Ihr Kind psychologisch einen erheblichen Unterschied, ob es glauben muss, so krank zu sein, dass es (lebenslänglich) ein starkes Medikament einnehmen muss, oder dass es ein Medikament nur vorübergehend zur Unterstützung einer Fördermaßnahme/Psychotherapie etc. nehmen muss. 10. Setzen Sie einvernehmlich mit Ihrem Arzt/Psychologen und Ihrem Kind das therapiebegleitende Stimulans während der Psychotherapie bzw. Fördermassnahme immer wieder probeweise und situationsbezogen ab, um auszuprobieren, ob man darauf -zumindest in bestimmten Situationen- bereits verzichten kann. Die Qualität Ihres Arztes zeigt sich u.a. in seiner Bereitschaft, dies zu unterstützen. Ziel der multimodalen systemischen Therapie muss das dauerhafte Wieder-Absetzen der Medikamente sein. Belohnen Sie Ihr Kind regelmäßig und deutlich, wenn sein Verhalten ohne Medikament positiv ist (auch bei anfangs nur kurzen Episoden). © Café Holunder
Eine bereits klassische Erkenntnis der Familientherapie besagt, dass das Problem eines Familienmitgliedes erst im Kontext seiner Familie und Familiengeschichte verständlich und behandelbar wird. Sein Problem steht für etwas in seiner Familie, es ist Symptom eines übergeordneten Familienproblems. Über den Kausalzusammenhang zwischen diesem seinem Problem mit dem übergeordeten Familienproblem mag man grundsätzlich und im Einzelfall unterschiedlicher Auffassung sein. Über ihre Koinzidenz und wechselseitige Beeinflussung besteht allerdings kaum ernsthafter Zweifel. Wenig Zweifel besteht auch an der Erkenntnis, dass psychologische Familienprobleme Hauptursache oder zumindest Hauptrisikofaktor für kindliche Verhaltensprobleme darstellen. Viele kindliche Verhaltensprobleme entstehen oder erscheinen nicht (zumindest nicht in erheblicher Ausprägung), wenn familiäre Hintergrundprobleme fehlen. Sie verschwinden (oder reduzieren zumindest ihre Intensität), wenn die Familienprobleme beigelegt werden können. Selbst eher körperlich begründbare Verhaltensprobleme können bei Fehlen chronischer oder massiverer familiärer Hintergrundprobleme weniger intensiv bis völlig unauffällig sein bzw. besser kompensiert werden oder keine sekundären Probleme entwicklen. Eine bekannte und vorbildliche, fast klassische Studie, die diese allgemeinen Zusammenhänge gut belegt, stammt von Esser u. Schmidt (s.u.). Carlson EA, Jacobvitz D, Sroufe LA. haben bereits gezeigt, dass in erster Linie Familienfaktoren darüber entscheiden, ob ein Kind "ADHS" entwickelt oder nicht. Zwei neue Studien haben nun auch den engen Zusammenhang zwischen kindlichem "ADHS" und mütterlicher seelischer Gesundheit sowie Eltern-Kind-Konflikten belegt: Lesesne CA, Visser SN, White CP fanden einen engen Zusammenhang zwischen mütterlicher seelischer Gesundheit und dem Vorhandensein von "ADHS" bei ihren Schulkindern. Zwischen mütterlicher Gesundheit und dem sich daraus ergebenden Verhalten ihrer Kinder bestehe eine enge Verbindung. Sie betonen denn auch die Notwendigkeit einer familienbezogenen Therapie. Auch Burt SA, Krueger RF, McGue M, Iacono W. finden, dass chronische Eltern-Kind-Konflikte ein grundlegender Risikofaktor bei der Entwicklung kindlicher Verhaltensstörungen (darunter auch "ADHS") darstellen. Sie stellen interessanter Weise fest, dass die zwischen verschiedenen kindlichen Verhaltensstörungen (ADHS, ODD, CD) gefundenen Komorbiditäten nichts anderes als die gemeinsame Basis familiärer Hintergrundkonflikte widerspiegeln. Die bisher von Medizinern konzipierte sog. multimodale Therapie bei "ADHS" erscheint in diesem Zusammenhang als Stückwerk. Der Familienaspekt fehlt völlig. L.H. Diller, aber auch Th. Armstrong betonen zwar, wie wichtig ein familienorientiert-systemisches Verständnis und Therapieren bei "ADHS" ist, in der klinischen Praxis dominiert aber überall ein eingeengtes, biologistisch auf das "kranke" Kind zentriertes (oft rein medikamentöses) Vorgehen. Der Mythos von der lebenlänglichen Krankheit "ADHS" spiegelt denn auch womöglich nur die Ineffizienz dieses biologistischen Sparprogramms wider, das die Psyche, die Familie und die Familiengeschichte des Kindes völlig ausblendet. Der Verdacht, das gängige medizinische "ADHS"-Konzept erwachse aus genau diesem Abwehrmechanismus, bietet sich zwanglos an. Eine wirklich multimodale Therapie bei "ADHS" muss deshalb in einer systemischen Familientherapie bestehen, in deren Rahmen sich kindbezogene Maßnahmen (auch eine Medikation) sinnvoll einbauen lassen müssen. Teamarbeit von Familie, Familientherapeut, Arzt, Kindertherapeut, Erzieherin bzw. Lehrer ist notwendige Voraussetzung. Besonders die Väter müssen in jedem Fall -auch bei geschiedenen Eltern- mit einbezogen werden. Die konfliktarme und konstruktive Zusammenarbeit der Eltern stellt den Hauptfakor eines hilfreichen Familiensystems dar. Aber auch Geschwister finden ihre Rolle im Kontext der familiären Veränderungen, die helfen können. Eine allein auf das "ADHS-Kind" zentrierte Problemsicht und Therapie ist jedenfalls in keinem Fall ausreichend. Die meisten Eltern, die darüber klagen, dass sie schon "alles" versucht hätten und nichts geholfen habe (außer am Schluss Ritalin), waren nur aufs Kind zentriert. Sich selbst haben sie unfreiwillig ausgespart, mit Erzieherinnen und Lehrern lagen sie im Konflikt, und die Hilfseinrichtungen, mit denen sie es bisher zu tun hatten, haben sie darin unfreiwillig bestärkt. Hilfesuchende Eltern sollten also immer ein familienorientiertes Therapiekonzept bei "ADHS" zu finden versuchen. Nachfrage fördert auch in diesem Falle das Angebot. Am ehesten finden sie dies derzeit in Erziehungs- und Familienberatungsstellen, aber auch in immer mehr SPZs und FFZs. Die meisten Ärzte oder Psychotherapeuten in Einzelpraxen können sich ein solches teamorientiertes und familienbezogenes Vorgehen aus Kostengründen derzeit leider gar nicht leisten, obwohl sie es fachlich sicher bevorzugen würden. Literatur: ENDLICH! Hier ist er, der lang ersehnte und jahrzehntelang entwickelte EAHADSKTFSE (= "Erster Allgemeiner Hanebüchener ADS-Kurztest für sog. Erwachsene", die konsequente Weiterentwicklung eines existierenden Fragebogens). Leisten auch Sie sich endlich ein ADS, wie viele Andere vor Ihnen, testen Sie sich selbst (denn keiner kann das so gut wie Sie!) und gehören Sie endlich zum verschworenen ADS-Klan. Bei diesem Test kann gar nichts schief laufen, denn weil Sie endlich Ihr ADS haben wollen ("man gönnt sich ja sonst nix"), verschafft er es Ihnen auch. Sie müssen beim Antworten nur darauf achten, dass Sie auch immer brav das ankreuzen, was für ADS spricht (aber eigentlich spricht ALLES dafür). Drucken Sie anschließend Ihr Testergebnis aus und bringen Sie es Ihrem ADS-Arzt. Sie helfen ihm damit, seine "Zehn-Minuten-pro-Patient-Routine" störungsfrei beizubehalten, und Sie selber sind schnell wieder draußen, natürlich mit Rezept! Und darum geht es schließlich, gelle? Und nun aber los! 1. Diesen Fragebogen fülle ich ohne
fremde Hilfe aus (wenn Ihnen also ein guter Bekannter
hilft, müssen Sie antworten: stimmt): 2. Vieles schiebe ich störend lange
vor mir her (z.B. Einkaufswagen,
Behindertenrollstühle, Rasenmäher): 3. Häufig trommele ich mit den Ohren
und klopfe mit den Füßen (sind Sie etwa der
Osterhase oder Drummer in einer beat-band?): 4. Obwohl ich weiss genau, was zu tun
ist (als Erstes mal Deutsch lernen!), finde ich
oft meinen "Startknopf" nicht und kann meine
Handlungen nicht in Gang setzen. (Erst neulich stand
ich z.B. wieder auf dem Fernsehturm, hab es aber nicht
geschafft, runter zu springen): 5. In meinem Kopf ist es häufig wie
bei einem Fernseher, bei dem mehrere Programme
gleichzeitig laufen (wenn Sie nicht wissen, was
gemeint ist: es handelt sich um einen Mann, der 5 oder 12
Fernsehapparate gleichzeitig laufen hat, also z.B. einen
Regisseur im TV-Studio): 6. Statt (als Lkw-Fernfahrer am
Steuer) einzuschlafen, werde ich oft von Gedanken
überflutet: 7. Ich habe in der Schule schon viel
verloren oder vergessen (verloren z.B. das Vertrauen
in Erwachsene; vergessen z.B. die Prügel meines
Sportlehrers): 8. Ich war einmal 6 Jahre alt: 9. In der Schule war ich ein
Zappelphilipp oder Wildfang (Mädchen). (Wenn Sie
heute männlich sind, müssen Sie damals trotzdem ein
Mädchen gewesen sein): 10. Selten erreiche ich die Ziele, die
ich mir gesteckt habe (aber beim Stadtmarathon
kürzlich in Oberpleis wurde ich immerhin Dritter der
einbeinigen Senioren!): 11. Auch beim Sex muss ich oft an ganz
andere Sachen denken (z.B. könnte ich den Kerl
totschlagen, der immer mit meiner Frau schläft): 12. Schon als Kind spürte ich, dass
ich irgendwie anders bin als die andern (aber das lag
wohl auch daran, dass meine Oma mein Vater war und ich
immer diese scheußlichen rosa Unterhosen tragen musste): 13. Oft fange ich etwas begeistert an,
und lasse es später dann liegen (als ich neulich z.B.
heisshungrig ein knallhartes Steak essen wollte): 14. In Gesprächen springe ich häufig
von einem zum anderen Thema (Achtung: wenn Sie ein
Rheinländer sind, der sowieso immer vom Hölzchen aufs
Stöckchen kommt, aufpassen!): 15. Es tönt seltsam, aber leider kaute
ich Nägel (in der Nachkriegszeit hatten wir leider
nichts anderes zu essen, und es tönte wirklich seltsam,
dieses Schleifen der Zähne auf den stählernen Nägeln): Ulli
"Schnarchende Kinder
leiden häufiger unter Lern- und Verhaltensstörungen als
Gleichaltrige, von denen aus dem Schlafzimmer kein Pieps
zu hören ist. Bei Intelligenz- und Aufmerksamkeitstests
der US-Kinderärztin Louise
OBrien
von der University of Louisville mit Fünf- bis
Siebenjährigen, die die Nacht im Schlaflabor verbracht
hatten, schnitten die Lautschläfer deutlich schlechter
ab als Mitglieder einer Vergleichsgruppe, bei denen es
ruhig geblieben war. "Das Schnarchen allein",
glaubt die Forscherin, "ist bei Kindern mit einer
erhöhten Anfälligkeit für kognitive Störungen
verbunden - ohne dass ein anderes Leiden verscblimmernd
hinzukommen müsste." Als Ursache für die
schlechteren Leistungen tagsüber vermutet die US-Ärztin
Sauerstoffdefizite im Gehirn. Dass Kinder mit
gelegentlichen Atemaussetzern, der so genannten Schlaf-Apnoe,
häufig Lern- und Verhaltensschwierigkeiten zeigen, haben
bereits frühere Untersuchungen belegt. Nach der
Entfernung von Polypen oder Mandeln bessert sich ihr
Zustand häufig. Für Schnarcher ohne die
charakteristischen Atemaussetzer gibt es solche Hoffnung
bislang nicht. OBrien: "Wir wissen nicht, ob
man ihnen mit irgendeiner Therapie helfen kann." Ob Frau O´Brien noch nichts von Ritalin gehört hat? Das hilft nämlich (fast) immer! Wünsche gut zu ruhen.
Also machen Sie
bitte ganz unverbindlich mit. Sie müssen nur 15 Fragen (ehrlich)
beantworten. Dabei bleiben Sie vollkommen anonym! Der
wissenschaftliche Hintergrund interessiert Sie sicherlich
auch!
Hallo,
Diese auch wissenschaftlich schwierige These hat verständlicherweise jeder 5. Teilnehmer nicht beantworten können. Die Mehrheit konnte ihr aber nicht zustimmen, und diese Ansicht vertreten wir hier ja bekanntermaßen auch. Auch wenn ein sog. "chemisches Ungleichgewicht" vorgelegen haben mag, beweist dies eben nicht eine Verursachung. Das Ungleichgewicht kann nicht die Ursache, sondern die Folge anderer (Umwelt-)Faktoren sein. Auch Umweltfaktoren verursachen chemische Ungleichgewichte. Café Holunder 6/2003
Im stern
konnte man dieser heissen Sommerlochtage die kühne These
des bekannten Psychiaters G. Teschke lesen: Hitler war
ein Zappelphilipp!
Der renommierte Frankfurter Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeut und Dozent an der Universität Frankfurt Dr. Frank Dammasch, leitender Mitarbeiter am Institut für analytische Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie Hessen, berichtet in einem sehr interessanten Beitrag in der aktuellen Zeitschrift "Analytische Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie" über seine psychoanalytische Therapie eines "typischen" ADHS-Kindes. Unter dem Titel: "Er weiss nicht, wo er anfängt und wo er aufhört" stellt er seine psychotherapeutische Erfahrung mit dem 7jährigen Tom zur Diskussion, der auch ihn fast zum Verzweifeln gebracht hätte. Er fasst seine Fachmeinung schließlich wie folgt zusammen: "Zusammenfassende Thesen 1. Die Diagnose ADS/ADHS wird zu leichtfertig gegeben. Die verbreitete falsche Verteilung und Annahme des Diagnoseetiketts ADS verweist zum einen auf eine Abwehr der Eltern, die Genese der Störungen ihres Kindes in einem beziehungsdynamischen Kontext zu sehen, zum anderen verweist es auf den Wunsch nach kollektiver organmedizinischer Beruhigung bei einem individuell beunruhigenden Kind. Auf der Seite der Medizin scheint die Verortung der kindlichen Hyperaktivität im genetischen Erbe des Patienten einer biologistischen Komplexitätsreduktion zu entsprechen, die es auf professioneller Ebene ermöglicht, die kinderpsychiatrische und psychotherapeutische Unterversorgung der Kinder pharmakologisch zu verdecken. 2. Wie wir insbesondere bei Rita sehen konnten, basieren Symptome der Hyperaktivität häufig auf manischen Abwehrversuchen früher Verlust-oder Trennungserfahrungen. Die körperliche Bewegung hat hier einerseits die Funktion, das Weiterleben durch die körperliche Aktivierung der Vitalitätsaffekte zu sichern, und andererseits wird in der permanenten Vorwärtsbewegung die Angst vor der regressiven Wiederholung des traumatischen Verlusterlebnisses im Zaum gehalten 3. Die ADHS-Diagnose mit Medikation wird in der großen Mehrzahl auf Jungen angewendet. Hierbei könnte die Bedrohung durch die nach außen gerichtete typisch männliche Verbindung von Motorik und Aggression als zentral störendes Element erlebt werden, das eine pharmakologische Ruhigstellung erfordert. Die latente Gleichsetzung der Stimulation von Penis und Körper zur Abwehr der als weiblich empfundenen Passivität scheint hierbei eine Rolle zu spielen. Während das gewaltsame Eindringen in andere Räume bei Jungen mit Hyperaktivitätsstörungen besonders ausgeprägt scheint, lenken Mädchen ihre Aggressivität in weniger sozial auffälliger Weise häufiger direkt gegen den eigenen Körper. 4. Der aktuelle Disput, ob bei ADHS eine physiologische oder eine psychologische Genese angenommen werden muss, entkräftet sich durch die neurobiologische Hypothese, dass ähnlich der Entwicklung des psychischen Apparates die neuronalen Strukturen des Gehirns sich auch nachgeburtlich aufbauen im interaktiven Wechselspiel von physiologischem Erbe und Umwelterfabrung. Baut sich zum Beginn des Lebens die Organisationsstruktur des Gehirns gebrauchsabhängig auf, so werden die neuronalen Bewegungen auch im späteren Leben durch Beziehungserfahrungen beeinflusst. Dies bedeutet, dass letztlich auch eine langfristig verändernde Psychotherapie Einfluss auf die Struktur der chemischen Prozessabläufe im Gehirn haben wird. Der Mensch ist gleichzeitig ein biologisches und soziales Wesen 5. Die Gabe von Ritalin kann im gut diagnostizierten Einzelfall die von den Eltern empfundene Spirale des hilflosen Ausgeliefertseins an das unerträgliche Ausagieren ihres Kindes, die reaktiven Bestrafungen und das darauf folgende Schuldgefühl unterbrechen helfen. Dies kann wieder Hoffnung entstehen lassen, dass positive Veränderungen möglich sind. In einer Psychotherapie geht es darum, die phasenweise notwendige Beruhigungsfunktion des Ritalin durch den Aufbau der Mentalisierungsflihigkeiten des Ichs wieder zu ersetzen. Insbesondere sollte der Therapeut auf den sekundären Krankheitsgewinn und den Einbau der Medikation in die Abwehr von Patient und Eltern achten. Die psychotherapeutischen Veränderungsmöglichkeiten hängen bei diesem Störungsbild insbesondere von der Fähigkeit der Eltern zur Mitarbeit ab. 6. Die Genese der
Störungen des ruhelosen Kindes sehe ich in einem frühen
spezifischen Defizit beim mütterlichen Containment bei
fehlenden Kompensationsfähigkeiten durch den Vater. Im
beschriebenen Fall hat die unberechenbare diffuse
emotionale Abwesenheit der Mutter ein Beziehungsmuster im
Patienten gebildet, das durch die Notwendigkeit der
permanenten Stimulation von Selbst und Objekt
gekennzeichnet ist. Nur das stimulierte Objekt ist ein
anwesendes Objekt. Die Stimulation des Körpers selbst
wird quasi zum primären Mutterersatz. Der stimulierte
phallische Körper hilft dabei, depressive Ängste und
die Angst vor dem Fallen im unbegrenzten Raum abzuwehren." Meine kurzgefasste Meinung: Sehr
nachdenkenswert und wieder mal von einer ganz anderen als
der langweiligen und viel zu engstirnigen
schulmedizinisch-biologistischen Sichtweise! ZEITZEUGEN (18) Eine sehr populäre Art,
die Welt zu sehen Thom Hartmann aus Vermont, USA, ist ein bekannter intellektueller Tausendsassa, ja wohl eines der letzten Universalgenies. Sein geniales Büchlein "Eine andere Art, die Welt zu sehen - Das Aufmerksamkeits-Defizit-Syndrom" erscheint nun schon seit 1997 in 9. Auflage (wobei man allerdings die Auflagenhöhe nicht weiss). Wie hoch angesehen er ist, zeigen allein schon die folgenden Bilder:
Thom Hartmann empfängt den Pabst. Thom Hartmann empfängt den Dalai Lama Von Thom Hartmann stammt die geniale These, die heutigen ADSler stammten genetisch von den "Jägern" ab, die sich vor tausenden von Jahren im Unterschied zu den "Farmern" herausgebildet haben sollen. Er nennt sie "Hunter" oder "Späher". Seine These, die wissenschaftlich durch nichts belegt (und auch gar nicht belegbar) ist, hat sich in populärwissenschaftlichen Kreisen sehr verbreitet, nicht zuletzt wegen ihrer lobenswerten Implikation, dass es sich bei ADHS nicht um eine krankhafte Störung, sondern um eine vererbte und damals (sozusagen vor tausenden von Jahren) sinnvolle Verhaltens- und Wahrnehmungsweise handelt, die bei heutigen Menschen einfach noch da ist, aber leider eben nicht mehr in die modernen Zeiten passt. Immer häufiger wird vor allem Eltern betroffener Kinder eingeredet, Hartmanns These sei wissenschaftlich belegt und wissenschaftliches Allgemeingut. Natürlich weit gefehlt! Die empirische Grundlage seiner romantischen These ist, wie gesagt, sehr mickrig bis ganz abhanden. Hartmanns Vorstellung von diesen frühen Gesellschaften und ihren Lebens- und Verhaltensweisen ist in Wirklichkeit gar nicht belegt. Und wieso die Defizite der ADSler damals und heute für einen Jäger hilfreich sein sollen, ist vollends unerfindlich, ja geradezu hanebüchen. Dass es für einen Jäger vorteilhaft sein soll, ungeduldig, unkonzentriert, impulsiv und von verzerrter Zeitvorstellung zu sein, wird auch dann nicht einleuchtender, wenn Hartmann diese Defizite positiv umformuliert bzw. beschönigt. Und warum sich bei immerhin 5-10 Prozent der heutigen Menschen diese "Jäger-Gene" (abgesehen davon, dass man solche Gene gar nicht kennt) vererbt haben sollen, bei den anderen nicht, wo sich doch die Anpassungsfähigkeit des Menschen an unterschiedliche Umwelten über die Generationen hinweg als stark herausgestellt hat, bleibt ebenfalls ungeklärt. Viel schlichter und empirisch viel besser begründbar ist dagegen die These, dass sich menschliches Verhalten überwiegend umwelt- und situationsangepasst entwickelt. Je nach den Anforderungen der Umwelt zeigen Menschen daran angepasstes Verhalten. Wenn Jagd die Lebensgrundlage darstellt, verhält sich der Mensch anders, als wenn Landwirtschaft angesagt ist, und wieder umgekehrt. Die Genetik liefert für beides nur die grundlegenden Anpassungsfähigkeiten, die im Wechselspiel mit den aktuellen Umweltanforderungen das Verhalten formen helfen. Und deshalb stellt das Verhalten eines ADSlers auch nichts anderes dar als eine verhaltensmäßige Anpassung an seine Umweltanforderungen. Es ist nicht von irgendwelchen Jägern von anno dunnemals vererbt, sondern es ist ganz individuell und kulturell durch seine Umwelt geformt. Diese formende "Umwelt" beginnt bereits im Mutterleib. "ADSler" stammen also keineswegs von Jägern von vor 10000 Jahren ab, sondern sie sind von ihrer jetzigen individuellen Umwelt so gemacht worden. Aber wer will das heute gern hören? Wird dabei doch wieder nur die verdammte eigene Verantwortung für die Gestaltung der psychosozialen Umwelt für unsere Kinder angemahnt. Mir fällt dazu noch ein alter Werbeslogan ein: Warum denn in die Ferne schweifen, denn das gute liegt so nah! Aber Genetik ist ja so beruhigend und entlastend! Besonders, wenn sie die Verantwortung 10000 Jahre zurückverlagert. Dass der begabte Hartmann den Zeitgeist so hemmungslos und unkritisch bedient, verübeln wir ihm. Gunter Bertram So sehen es die Kinderpsychotherapeuten: Die Wahrheit über Michel aus Lönneberga
Mein Urteil: Unbedingt empfehlenswert! Claudia
Café Holunder
Ein "gewisser Michael Garnatz" schreibt auf seiner chronisch Absatz- und Bermuda-Dreieck-geschädigten (aber ansonsten nicht uninteressanten, wenngleich mittelalterich-prangersüchtigen - H.-R. Schmidt geniesst dort den Status eines Aussätzigen - ) website "hypies" (sic!) Folgendes: ""Auf den Café-Holunder-Seiten
(www.ads-kritik.de) des Psychologen H.R. Schmidt geht es
ähnlich zur Sache: Soweit Herr Michael von den "Durchgeknallten"
(=meine Übersetzung von "hypies"). Wenn man
seine Argumentation ernst nimmt, gibt es offenbar ein Indianer-Gen
(entsprechend dem auch von ihm propagierten
"ADHS"-Gen). Bei seiner rührenden, aber sehr
dünnen Verteidigung des eitlen Tausendsassas Thom
Hartmann übersieht er leider, dass Hartmann an eine
genetische Verursachung von ADHS glaubt (auch in seinem
nächsten Büchlein, das Herr Michael nebst Gattin ja
gerade bienenfleissig und vollkommen uneigennützig
übersetzt). Dass Indianer im Reservat aber an ihrer
genetischen Ausstattung leiden würden, und nicht an
ihrer umweltbedingten Entwurzelung und kulturellen
Traumatisierung, das lässt nur den hochinteressanten
Schluss zu: Es gibt ein Indianer-Gen. Ulli |
Jugend- bke Bundeskonferenz
für Erziehungs- |
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