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ADS-Bücher: Kritisch Ritalin: Ein folgen- Das Verschwinden der Mädchen von der Oh wie verführerisch Alternative Behandlung Alternative Sichtweisen bei ADS Fundsachen: ADS-Foren kritisch betrachtet Teil 1 |
Aus: Win-Future
Ab sofort finden Sie hier im Café Holunder eine ADHS-Sprechstunde mit dem international bekannten ADHS-Fachmann Dr. van den Haag. Heute fragt Sübülle (37) aus Sü.: Hallo, Es antwortet Dr. van den Haag:
Diese Gewissensfrage zeigt wieder sehr deutlich die unversöhnliche Polarisierung der Meinungen zu ADHS. Mittlere bzw. etwas unsichere Positionen werden fast gar nicht eingenommen. Es ist alles schwarz-weiss. Café Holunder 8/2003
Die Diplompsychologin
Helga Rühling aus der Erziehungsberatungsstelle Bethel
legt ein Buch vor, in dem sie auf einfach zu lesende
Weise kritisch und aus jahrelanger klinischer Erfahrung
schöpfend Eltern unruhiger Kinder anspricht. Es gelingt
ihr, das wirklich Wichtigste zum Thema ADS für Eltern
zusammen zu fassen, und zwar nicht in der sonst in
Elternratgebern notorischen Art und Weise, bei der ich
immer den Eindruck gewinne, einer schreibe vom anderen ab.
Rühling vertritt den erzieherischen, umwelt- und
familienbezogenen Ansatz und hebt sich auch in dieser
Richtung sehr wohltuend von vielen anderen
pseudowissenschaftlich-biologistischen Ratgebern ab, die
Eltern viel dummes Zeug einreden wollen (ADS sei eine
Krankheit, sei genetisch bedingt, vererbbar, unheilbar,
nur Ritalin sei die angemessene Therapie, etc). An all
dem setzt die Autorin Zweifel an, ohne sich aber allzu
sehr in eine Kampfposition, die Eltern nichts nützen
würde, zu verlieren. Stattdessen legt sie den
Schwerpunkt auf den erzieherischen Alltag mit schwierigen
und unruhigen Kindern, bringt viele kurzgefasste
Beispiele und dazu passende erzieherische Grundregeln,
die allesamt einleuchten und hilfreich sein können. Hier
spricht eine sehr erfahrene klinische Praktikerin. Helga Rühling: ADS - Hilfen für unruhige Kinder. rororo 2003, Euro 9.90 H.-R. Schmidt
Der heutige DER SPIEGEL bringt die Dinge mal wieder trefflich auf den Punkt. Systematisch erfinden Pharma-Firmen und Ärzte neue Krankheiten. Wir haben uns hier schon verschiedentlich damit beschäftigt (Angst vor der Krankheit, Pille sucht Patient). Phänomene des normalen Lebens werden mit allen Mitteln der Kunst als krankhaft dargestellt. Die Behandlung von Gesunden sichert das Wachstum der Medizinindustrie, und wir alle zahlen mit, ob wir wollen oder nicht. Wussten Sie, dass 75 Prozent aller Deutschen einen angeblich zu hohen Cholesterin-Spiegel aufweisen, weil Ärzte bei einer Konsenskonferenz den empirisch gemessenen wirklichen Durchschnittwert von 260mg pro Deziliter Blut willkürlich auf 200mg absenkten? Und auch ADHS samt "oppositionellem Verhalten" ist eine dieser erfundenen Krankheiten, an der Novartis und angeschlossene Ärzte gutes Geld verdienen. Auch hier handelt es sich um ein so weitläufig und willkürlich beschriebenes angebliches Störungsbild, dass praktisch alle Eltern unruhiger Kinder sich darin spontan wiederfinden müssen. Krankheitserfinder verdienen ihr Geld, indem sie gesunden Menschen einreden, sie seien krank. Dabei legen die Psychiater beim Ersinnen neuer Krankheiten zweifellos die größte Fantasie an den Tag. Persönliche und soziale Probleme werden zu medizinischen Problemen umgemünzt (so auch sehr häufig bei ADHS). Im seinerzeitigen amerikanischen Katalog nach dem 2. Weltkrieg gab es ganze 26 seelische Leiden. Im derzeitigen DSM-IV sind es bereits 395, ein Ende nicht abzusehen. Und auf der anderen Seite der Tiefpunkt der Frauenheilkunde: Die Forscher um Valerie Beral aus Oxford, England, zeigen dieser Tage mit ihrer Studie an über 1 Million Engländerinnen endgültig, dass die vorbeugende Östrogengabe bei Frauen das Krebsrisiko eindeutig erhöht. Viele frühere Studien hatten scheinbar belegt, dass die Östrogenbehandlung segensreich sei. Diese Studien waren aber alle fehlerhaft. Besonders der Ulmer Frauenarzt Christian Lauritzen hat die deutschen Frauenärzte über Jahre hinweg einseitig geprägt. 40 Jahre lang wurden Frauen so mit maßgeblicher Unterstützung der Hormonindustrie im Glauben gehalten, vorbeugende und langfristige Östrogenbehandlung sei segensreich. Ist es derzeit mit ADS und Ritalin nicht ganz genau so? Werden nicht auch hier die angeblich segensreichen Wirkungen überbetont, die vorhandenen Risiken (besonders bei Langzeitbehandlung) nicht sträflich verleugnet? Sind nicht auch hier die zitierten Studien allesamt fehlerhaft? Spielen nicht auch hier Profitinteressen von Pharmaindustrie und Ärzten eine verhängnisvolle Rolle zum Nachteil unserer Kinder? Eltern müssen (und können!) sich ganz eigene Gedanken machen, wenn ihnen manche ADHS-Schulmediziner und -psychologen ihre ADHS-Weisheiten anbieten. WalterH
habe er bei seinen Recherchen zum Thema ADHS festgestellt, teilte der renommierte Wissenschaftsjournalist Hans-Christoph Koch auf einer Pressekonferenz in Hamburg mit, an der auch Prof. Hüther, Göttingen, teilnahm. Mehrere Mitwirkende am bevorstehenden arte-Themenabend vom 16.9.2003 zum Thema ADHS berichteten dort über ihre Erfahrungen bei der Vorbereitung dieses Themenabends, der bereits einmal verschoben wurde. Noch nie sei er dermaßen unter Druck gesetzt worden wie diesmal, berichtete Koch. "Das sind mafiose Strukturen". Wer die bisher kurze, aber lebhafte Geschichte unseres Café Holunder verfolgt hat, weiss, dass das leider vollständig zutrifft. Auch wir wurden immer wieder massiv mit Strukturen bekannt, die sich in nichts von autoritär-kriminellen Organisationen wie Mafia oder Scientology unterscheiden. Einseitige Ritalin-Befürworter und -gegner unterscheiden sich eben in ihrer persönlichen Pathologie nur sehr wenig. Extremisten sind sich alle gleich, egal, welches Extrem sie sich aufs Panier geschrieben haben. Dabei haben wir allerdings die interessante Erfahrung gemacht, dass es meist nur vordergründig um Ritalin geht. In Wirklichkeit geht es um die Frage der elterlichen Verantwortung für die Probleme unserer Kinder. Und dabei ist die sogenannte Schuldfrage der Knackpunkt: Sind Eltern (und die Gesellschaft) schuld bzw. verantwortlich für die Verhaltensprobleme ihrer Kinder, oder sind die Kinder nur schicksalhaft ("genetisch") medizinisch krank (und die Eltern/-die Gesellschaft) damit also frei zu sprechen)? Um diese ganz heiße Frage geht es in Wirklichkeit, so polarisierned und damit einseitig sie auch wieder sein mag. Die "Mafia" beantwortet diese Frage damit, dass die Kinder genetisch krank sind und Medizin schlucken müssen, am besten jahre- oder lebenslang. Scientology verneint das heftig, allerdings unter Verweis auf ihre pseudoreligiöse Heilslehre, der sie psychisch Labile zuführen möchte. Und was meint die "schweigende Mehrheit" der Eltern, Psychotherapeuten, Mediziner, Heilpädagogen? Die schweigende Mehrheit sieht es so: Noch nie war es so leicht, sich von der Verantwortung für die Probleme unserer Kinder zu verabschieden. Ritalin sei Dank! Werner
Wer Literatur zum Modethema ADHS sucht, tut sich schwer, aus dem unübersichtlichen Angebot wirklich Lesenswertes heraus zu filtern. Die meisten Bücher sind schlecht bis verantwortungslos, weil sie ein nicht ausreichend belegtes medizinisch-biologisches Krankheitsbild ADHS als wissenschaftliche Tatsache verkaufen und verschreckte Eltern mit zweifelhaften Behandlungsmethoden und Erziehungsratschlägen malträtieren. Deshalb hier zu Ihrer Orientierung eine kleine (und sicher nicht vollständige) Liste aus meiner Sicht sehr empfehlenswerter Bücher, die alle über den engen Tellerrand des einseitigen (und falschen) medizinischen Krankheitsmodells ADHS hinausblicken. Die meisten kennen wir hier im Café Holunder bereits. Es sind alles Bücher, die seriöse Alternativen zu Ritalin beschreiben: Gerald Hüther und Helmut Bonney
Ob regelmäßige Methylphenidatgaben das Wachstum der Kinder beeinflusst, wird schon lange kontrovers diskutiert. In letzter Zeit hatte sich die Auffassung verbreitet, dass es keinen diesbezüglichen Einfluss gibt. Nun zeigen aber Lisska MC und Rivkees SA vom Department of Pediatrics, Yale University School of Medicine, New Haven, USA in einer vergleichenden und prospektiven Studie, dass es doch einen eindeutigen Zusammenhang zu geben scheint: Tägliches Methylphenidat (Ritalin) verlangsamt das Körperwachstum der Kinder. Das Wachstum von 84 täglich mit Methylphenidat behandelten Kindern wurde 2 Jahre lang mit demjenigen ihrer unbehandelten Geschwister verglichen. Es zeigte sich ein signifikanter Unterschied in dem Sinne, dass die Medikation das Wachstum verlangsamte, und dies auch im Zusammenhang mit unterschiedlichen Medikamentendosierungen (10-80mg täglich). Die Autoren, die auf den dramatischen Anstieg der Methylphenidatgabe im letzten Jahrzehnt aufmerksam machen, folgern aus ihrer Studie, dass der wachstumsverzögernde Effekt von Methylphenidat stärker ist als bisher angenommen. Preiser
Unruhige, aggressive Kinder: ADHS scheint die Krankheit unserer Zeit zu sein. Aber Kritiker halten sie für eine Erfindung der Pharmaindustrie Vor der Geburt wünschte sich Ute Drenk einen wilden Jungen. "Einen kleinen Rabauken", wie sie sagt. Doch Nico übertraf alles an Wildheit, was sie sich hätte vorstellen können. Bei jeder Kleinigkeit rastete ihr fünfjähriger Sohn aus, schrie und tobte. Im Kindergarten war er der Schrecken der anderen: Er nahm ihnen das Spielzeug weg und verhielt sich extrem feindselig. Die Folge: Nico wurde gemieden. "Wenn wir auf den Spielplatz kamen, zogen sich die anderen Eltern mit ihren Kindern von uns zurück", erklärt Ute Drenk die Auswirkungen. In der Schule störte Aaron ständig und nervte die Lehrer. Ahnliche Erfahrungen machte auch das Ehepaar Müller mit seinem achtjährigen Sohn Aaron. Die Lehrer beschwerten sich bei den Eltern, weil er ständig den Unterricht störte, Auch die Hausaufgaben waren für die Eltern jedes Mal eine große Belastung. Aaron war ständig abgelenkt, bei den kleinsten Problemen geriet er völlig außer sich. Die Eltern suchten Hilfe bei Beratungsstellen und Ärzten. Die Diagnose: Aufmerksamkeits-Defizit-Hyperaktivitäts-Störung (ADHS). ADHS-Kinder leiden unter Wahrnehmungsstörungen, sie können Sinnesreize nicht angemessen verarbeiten. Die Kinder sind leicht ablenkbar, unkonzentriert, impulsiv, haben eine niedrige Frustrationsgrenze und Schwierigkeiten, Regeln und Anweisungen zu befolgen. Sie sind für Eltern, Erzieher und Lehrer eine ständige Herausforderung. "Wir tun alles für das Kind, aber es kommt nichts zurück", klagt eine verzweifelte Mutter, die sich abgelehnt fühlt. Das genaue Krankheitsbild ist schwer zu erfassen, objektive Kriterien gibt es nur wenige. Ab wann ist das Verhalten eines Kindes nicht mehr normal? Wo ist die Grenze zwischen lebhaft und hyperaktiv? Oft bestimmen individuelle Einschätzungen die Diagnose. Im Klartext: Bei einer Grippe lässt sich die Krankheit eindeutig medizinisch nachweisen. Bei ADHS gibt es keine eindeutige Methode, die Krankheit festzustellen. Wann das Verhalten des Kindes noch als normal oder schon als krankhaft gilt, hängt also nicht von klaren medizinischen Fakten ab, sondern von der persönlichen Einschätzung des Arztes. Millionen-Geschäft
der Pharma-Industrie mit ADHS Und naturlich sieht die Pharma-Lobby nur ein effektives Mittel dagegen: Methylphenidat, das meist unter den Namen Ritalin oder Medikinet gehandelt wird. Geschätzte 150 000 Kinder bekommen hierzulande täglich Ritalin verabreicht, damit ist Deutschland in Europa Spitzenreiter. In anderen europäischen Ländern ist man zurückhaltender, in Italien ist Ritalin gar nicht zugelassen. Kein Wunder, immerhin gehört es zu den Amphetaminen. Es ist ein Stimulanzium, das unter das Betäubungsmittelgesetz fällt. Trotzdem ist der Verbrauch in Deutschland in den vergangenen zehn Jahren um das 20fache gestiegen. Eine Entwicklung, die Marion Caspers-Merk, die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, misstrauisch macht. Die inflationäre Verschreibungspraxis deutet auf einen laschen Umgang mit dem Medikament. Sie werden zu Robotern und
verlieren ihre Lebensfreude "Das Medikament verändert die Arbeitsweise und Struktur des Gehirns. Das Antriebssystem wird ausgeschaltet", erklärt der Neurobiologe Gerald Hüther: "Der Patient wird dadurch wie eine Maschine oder ein Roboter. Er verliert seine Neugier und Impulsivität." Hüther weist warnend darauf hin, dass die Langzeitwirkungen von Ritalin nicht ausreichend getestet sind. Auch Nebenwirkungen wie Übelkeit, Schlafstörungen, Kopfschmerzen, Appetitlosigkeit, Depressionen und Wachstumsstörungen werden von den Befürwortern heruntergespielt. Außerdem bleiben bei den Kindern Witz, Kreativität und Individualität auf der Strecke. Da wirkt es wie Hohn, dass Mediziner ADHS-Kindern häufig ein hohes Maß an Kreati- vität, Fantasie, Originalität und Sprachwitz attestieren. Doch Kinder sollen funktionieren und sich den Erfordernissen der Erzieher anpassen. Schüler müssen konzentriert sein, ruhig, aufmerksam, rücksichtsvoll und sollen Leistung bringen - Anforderungen der Erwachsenenwelt. Kindgerecht ist das nicht. Statt ausreichend Bewegung haben viele einen vollen Terminplan oder hocken ständig vorm Computer. Viele Eltern haben kaum Zeit für ihre Kinder, denen es oft an emotionaler Zuwendung fehlt. Die Kinder müssen ein
gesellschaftliches Problem ausbaden Die vergangenen Jahre spiegeln für ihn eine gesellschaftliche Entwicklung wider: "Die Anforderungen an die Kinder und ihre Lebensbedingungen haben sich dramatisch verändert." Die Kinder brauchen geregelte Tagesabläufe, eine ausgewogene Ernährung, viel Bewegung und wenig Fernsehen. "90 Prozent unserer Eltern können diese Minimalanforderungen aber nicht erfüllen", sagt Krowatschek. Medikamente sind der bequemere Weg: Ärzte und Psychologen sprechen Eltern damit von der eigenen Verantwortung frei. Bei ADHS prallen laut Gerald Hüther Weltanschauungen aufeinander: "Auf der einen Seite steht die Auffassung, dass Kinder funktionieren sollen, notfalls mit Psychopharmaka. Auf der anderen Seite die Haltung, ein Kind blühen zu lassen und zu schauen, welchen Dünger es braucht, um sich zu entfalten." Familie Drenk hat sich für Letzteres entschieden. Die Eltern haben Ritalin bei Nico abgesetzt und machen eine Familientherapie: mit Nico - und mit Erfolg. Thomas Kunze in GONG 37/2003
Der arte-Themenabend vom 16.9.2003 war das Beste, was man zum Thema "ADHS" bisher im TV überhaupt sehen konnte. Wir haben heute allen Mitwirkenden und Machern des Abends unsere Anerkennung und unseren Dank übermittelt. Wie Sie vielleicht noch wissen, war dieser Themenabend aufgrund des massiven Widerstands der ADS-Funktionärslobby bereits einmal vom Programm abgesetzt worden. Der Widerstand wird nach dem Themenabend verstehbar: Hier wurde einmal wirklich unvoreingenommen und kritisch über Konstrukt, Diagnostik und Therapie von "ADHS" berichtet. Die Psychopharmakabehandlung wurde hinterfragt und nur für die wenigen Fälle gut geheißen, in denen sie wirklich unverzichtbar ist. Auf der anderen Seite fanden medikamentenfreie psychotherapeutische Behandlungen und Veränderungen elterlicher Einstellungen breiten Raum. Renommierte Fachleute wie Hüther, Bonney, Voß, von Lüpke und Krowatschek kamen ausführlich zu Wort, und auch Barkley durfte natürlich nicht fehlen, fand sich aber mit seiner antiquierten Biologistik auf ziemlich verlorenem Posten wieder. Die einseitige, pharmafreundliche und am "kranken" Kind herumdokternde ADS-Lobby bekam kräftig ihr Fett weg. Die teilweise militanten Eltern-SHGs und Martin Winklers add-online mussten sich die berechtigte Frage der Pharmaabhängigkeit gefallen lassen. Gerade Winkler, der Hüther, Bonney und auch mich gerne verunglimpft ("...unter aller Kanone") und immer wieder mal so ganz nebenbei in die Scientologen-Ecke schiebt, wundert sich nun im arte-Forum über die Frage nach seiner Pharmaunabhängigkeit. Dabei gilt er im Internet schon als "Pillen-Doktor" für ADHS, was angesichts seines erstaunlich einseitigen Engagements für medikamentöse Behandlungen auch nicht weiter verwunderlich ist. Der Themenabend ist zwar vorbei, Videoaufzeichnungen werden aber noch lange für die Verbreitung der besseren Wahrheit über "ADHS" sorgen. In diesem Sinne weiter! Lieber
Herr Schmidt,
19. September
15.15 Uhr bis 16.10 Uhr:
Ich schaukle schon auf einem Bein Gruss
Empfehlung Nr. 1562 der Europäischen Versammlung des Europarates (2002) Liebe
Gäste, Im letzten Jahr hat diese
wichtige Versammlung eine sehr gute Empfehlung zu ADHS
verfasst, die wir Ihnen im Folgenden übersetzt
wiedergeben. Beim Lesen werden Sie schnell merken, welche
Gegenkräfte dadurch mobilisiert wurden. Besonders die in
der Empfehlung verlangte Verschärfung der
Verordnungsrichtlinien für Psychostimulanzien und die
deutliche Kritik an der Pharmaindustrie haben die
einschlägigen Lobbyisten aktiviert, so dass der
Ministerrat im Frühjahr 2003 eine teilweise recht
peinliche Reaktion ablieferte,
in der er mangels sachlicher Argumente auf die übliche
Scientology-Masche hereinfiel. Warnungen vor Scientology
sind sicher immer notwendig, gerade auf dem Gebiet der
Psychiatrie und der Medikamentierung. Aber Sachargumente allein deshalb zu ignorieren,
weil sie von Scientology missbraucht werden oder
missbraucht werden könnten, ist ein wirklich allzu
billiger und dummdreister Trick. Er besagt im
übertragenen Sinne, dass wir unsere Kinder nicht mehr
lieben dürfen, weil es Pädophile gibt. Aber machen Sie
sich bitte Ihr eigenes Bild! Kontrolle
von Diagnose und Behandlung hyperkinetischer Kinder in
Europa 1. Die Parlamentarische Versammlung ist besorgt, weil immer mehr Kinder in bestimmten Mitgliedsstaaten des Europarates die Diagnose "Aufmerksamkeits- Defizit/Hyperaktivitätsstörung" (ADHS), "Hyperkinetische Störung" oder verwandte Begriffe erhalten und mit zentralnervös wirkenden Mitteln wie Amphetaminen oder Methylphenidat behandelt werden, Mittel, die eine Konvention der Vereinten Nationen (UN) im Jahre 1971 als kontrollpflichtige Drogen einstufte (Schedule II), nachdem die Weltgesundheitsorganisation (WHO) sie als missbrauchsgefährlich, als substanzielles öffentliches Gesundheitsrisiko und als therapeutisch wenig bis mäßig nützlich beurteilt hatte. 2. Für den Europarat als Menschenrechtsorganisation, der die Rechte der Kinder schützt und nach europaweiten Antworten auf soziale und gesundheitliche Probleme einschließlich des Drogenmissbrauchs sucht, ist dieses Thema von besonderer Bedeutung. Die Parlamentarische Versammlung unterstreicht in Übereinstimmung mit den Rechten des Kindes der Vereinten Nationen, dass immer dann, wenn Kinder betroffen sind, das Interesse des Kindes von vorrangiger Bedeutung sein muss. Kinder haben darüberhinaus das Recht auf bestmögliche gesundheitliche und medikamentöse Behandlung und Schutz vor illegalem Drogenmissbrauch. 3. Obgleich genaue Ursachen unbekannt sind, werden ADHS und hyperkinetische Störungen, definiert mit Beschreibungen anhaltender und schwerer Verhaltenprobleme mit Unaufmerksamkeit, Hyperaktivität, Impulsivität und daraus resultierenden Funktionsstörungen, von medizinischen, psychologischen und wissenschaftlichen Organisationen, einschließlich der WHO, weithin anerkannt. Die Versammlung ist dennoch besorgt darüber, dass diese Störungen mit zwei unterschiedlichen Kriterienkatalogen diagnostiziert werden: der eine stammt von der Amerikanischen Psychiatrischen Gesellschaft und ist weltweit in Anwendung; der andere und strengere stammt von der WHO. Die Versammlung hält es für notwendig, dass die Grundlage dieser unterschiedlichen Standards überprüft wird, um eine Klärung und Vereinheitlichung der Diagnose- und Behandlungskriterien zu erreichen. 4. Es wird allgemein anerkannt, dass diese verhaltensbezogen definierten Störungen die soziale, erzieherische und psychologische Entwicklung mancher Kinder eindeutig beeinträchtigen, ein geringes Selbstwertgefühl und emotionale sowie soziale Probleme mit sich bringen und ihre Entwicklungsmöglichkeiten ernsthaft behindern können. ADHS-Symptome können bis ins Jugend- und Erwachsenenalter reichen, verbunden mit anhaltenden emotionalen und sozialen Problemen wie Arbeitslosigkeit, Kriminalität und Drogenmissbrauch. Die Belastung der Betroffenen, ihrer Familien und der Gesellschaft kann zwar nicht genau gemessen werden, kann aber beträchtlich sein. 5. Die Kontroverse um ADHS dreht sich nicht nur um die Frage, ob sie zuverlässig als Normalitätsabweichung oder Krankheit betrachtet werden kann, sondern vor allem darum, ob man solche Fälle mit zentralnervös wirkenden Stimulanzien behandeln darf, Mittel, deren symptom-reduzierende, aufmerksamkeitssteigernde und hyperaktivitätsmindernde Wirkung einige psychiatrische Studien zwar belegt haben, deren Langzeitwirkungen aber unklar sind und die keine Heilung bewirken können. 6. Die Parlamentarische Versammlung geht davon aus, dass bei Diagnose und Behandlung dieser Störungen strengere Kontrollen eingeführt werden sollten und betont die Wichtigkeit einer vorsichtigen Handhabung, solange es Zweifel an den Langzeitauswirkungen von Medikamenten gibt, auch im Bewusstsein dessen, dass Verhaltensstörungen bei Kindern und Jugendlichen, wie alle seelischen und verhaltensbezogenen Störungen, einem komplexen Zusammenspiel biologischer, psychologischer und sozialer Faktoren entstammen. Auch empfiehlt die Versammlung mehr Forschung zu Fragen angemessener Begleitung und erzieherischer Hilfestellungen für Kinder mit ADHS-Symptomen, zum Zusammenhang zwischen Verhalten und medizinischen Problemen wie Allergien oder toxischen Reaktionen, und zu alternativen Behandlungsformen wie z.B. Diät. 7. Die Parlamentarische Versammlung ist darüber enttäuscht, dass die pharmazeutische Industrie bisher die Werte und Prinzipien des Europarates nicht immer angemessen beherzigt hat; sie wünscht sicher zu stellen, dass die medizinische und wissenschaftliche Gemeinschaft in Zukunft im besten Interesse der Gesamtgesellschaft handelt, und sie fordert den Ministerrat auf, diese Entwicklung zu überwachen. 8. Die Parlamentarische Versammlung fordert den Ministerrat deshalb auf
(Übersetzung
aus dem Englischen: H.-R. Schmidt) |
Jugend- bke Bundeskonferenz
für Erziehungs- |
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