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Liebe Gäste,
herzlich willkommen! Machen Sie sich es bitte sehr bequem auf unseren Polstern und genießen Sie die kritische Position zu folgendem Thema:

Studie der Universität Göttingen bestätigt:
"ADHS" gibt es nicht!


Als guter Menschenkenner haben Sie sicher schon beobachtet, dass Menschen lächeln, manche mehr, manche weniger. Manche lächeln sogar sehr oft und auch in unpassenden Situationen, z.B. wenn sie getadelt oder geschimpft werden, oder bei Beerdigungen oder sonstigen eigentlich traurigen Anlässen. Sie lächeln also nicht nur zu oft, sondern auch sozial unpassend. Ja, sie lächeln sogar provozierend, sie grinsen frech. Andere wiederum lächeln auch dann nicht, wenn es die meisten Normalos spontan tun.

Nachdem Sie diese Alltagsbeobachtungen, nach denen sich Menschen im Merkmal "Lächeln" unterscheiden lassen, gesammelt haben, teilen Sie die Menschen in unterschiedliche "Lächel-Kategorien" ein, z.B. Normale Lächler, starke Lächler, unpassend Lächelnde, Nicht-Lächler, usw. Und dann fangen Sie an, darüber zu grübeln, was diese Menschen sonst noch tun, wie das miteinander zusammenhängen mag und wie es zu erklären ist. Sie stellen die Theorie auf, dass sozial unangepasstes oder provozierendes Lächeln eine Störung, ja sogar eine medizinische Krankheit sei (PPL: Psychopathologisches Lächeln). Vielleicht haben Sie sogar ein bisher ungenutztes Medikament bereitliegen, das die Gesichtsmuskulatur erschlaffen und unpassendes Lächeln verschwinden lässt. Und nun erforschen Sie in vielen (guten und überwiegend schlechten) Studien alle möglichen und unmöglichen Unterschiede zwischen diesen pathologischen Lächlern und den Normalos, mit und ohne Ihr Medikament. Und wenn Sie Unterschiede finden, glauben Sie, Ihre Theorie, PPL sei eine Störung oder Krankheit, werde dadurch bestätigt.

So ähnlich ist man bisher bei "ADHS" vorgegangen, und demselben Trugschluss unterliegt die "ADHS"-Forschung von Anfang an. Aus allgemein verbreiteten Verhaltensunterschieden lassen sich aber nicht ohne Weiteres Schlüsse auf Störungen oder Krankheiten ziehen, schon gar nicht lässt sich die Frage, ob es sich bei PPL oder "ADHS" um spezifische, von anderen Störungen abgrenzbare Störungen oder Krankheiten handelt, damit beantworten. Dass es "ADHS" gibt, lässt sich mit Studien, die Verhaltensunterschiede inklusive ihrer hirnphysiologischen oder –biologischen Korrelate messen, allein eben nicht belegen. Aber geglaubt wird das offensichtlich andauernd. Wenn sich Menschen mit "ADHS" von Menschen "ohne" irgendwie unterscheiden, muss es "ADHS" doch geben, so lautet dieser Trugschluss. Diese verquere Logik behauptet, auf die Spitze getrieben, dass Menschen mit krummer Nase minderwertig seien. Und vor solcher Pseudologik sei gewarnt.

Ob es "ADHS" als eigenständiges Syndrom oder als eigenständige Krankheit gibt, lässt sich aber nur herausfinden, wenn man Vergleiche mit anderen Störungen oder Krankheiten anstellt. Man muss also "ADHSler" nicht mit Normalos, sondern mit anderen Störungen oder Krankheiten vergleichen (differentielle Validität). Erstaunlicherweise (oder auch nicht) ist das bisher fast gar nicht geschehen. Den offenkundig gewaltigen Überschneidungsgrad mit vielen anderen Störungsbildern betrachtet man lieber als sog. Komorbiditäten, obwohl der Schluss naheläge, dass es sich um ganz unterschiedliche Störungen mit ähnlichem oder gleichem Symptomenbild handeln könnte. Oder dass aus einer bestimmten Symptomatik beliebig viele angeblich unterschiedliche Krankheiten mit allerdings gleicher Symptomatik erfunden werden. Die Unsitte hat inzwischen zu solchen Absurditäten geführt, dass derzeit kaum noch jemand eine LRS, eine feinmotorische Entwicklungsstörung oder eine psychoreaktive Verhaltensstörung allein hat – nein, "ADHS" ist als allumfassende Grundstörung (wie nach Art einer kostenlosen Dreingabe) immer mit dabei. "Ohne" geht gar nicht mehr. Eine Mutter drückt dies so aus: "Nicht nur, dass unser Sohn eine Wahrnehmungsstörung hat, jetzt hat er auch noch ADHS! Ein Unglück kommt wirklich selten allein, aber warum gerade bei uns?"

Wir haben uns hier über die nicht nur einäugige, sondern zusätzlich kurzsichtige ADHS-Forschung immer schon sehr gewundert und uns z.B. gefragt, ob "ADHS" nicht zumindest teilweise eine Neurose sei. Oder ob es nicht eine Wiederkehr des längst ad acta gelegten MCD-Konstrukts ist. Das Gerede über Komorbiditäten war Thema. Oder welche Forschung denn bisher belegt habe, dass "ADHS" eine eigenständige Störung sei.

Umso erfreulicher ist nun das Ergebnis einer aktuellen Studie aus der Kinder- und Jugendlichenpsychiatrie der Universität Göttingen. Banaschewski u.a. stellen fest, dass die bisherige Forschung genau diese Frage, ob es "ADHS" als von anderen unterscheidbare spezifische Störung überhaupt gibt, im Unklaren lasse. Aus ihrer Forschungsübersicht bisheriger Vergleiche von "ADHS" mit anderen neuropsychologischen, neurobiologischen und genetischen Korrelaten ziehen sie den ernüchternden Schluss, dass es bisher keine ADHS-Spezifität gibt.

Noch Fragen, Kienzle?

In diesem Sinne Ihr
Dipl.-Psych. H.-R. Schmidt
26.4.2005


Zeitzeugen (20)
Prof. Dr. Karl Gerlicher, mein sehr verehrter Lehrer und väterlicher Freund, Nestor der Erziehungsberatung und der Familientherapie in deutschen Erziehungsberatungsstellen, ist diesmal anlässlich seines kürzlichen 80. Geburtstages unser Zeitzeuge. Die jüngere deutsche institutionelle Erziehungs- und Familienberatung ist ohne ihn nicht denkbar. Vor allem, wenn es um die Verbreitung der Familientherapie in Deutschland geht, ist er ein Pionier in deutschen Erziehungsberatungsstellen. An dieser Entwicklung durfte ich in den Jahren 1971 bis 1978 in Erlangen in der Erziehungsberatungsstelle und am Psychologischen Institut der Universität mitwirken, was mich fachlich und persönlich sehr gefördert hat. Dafür bin ich Karl Gerlicher sehr dankbar.

H.-R. Schmidt
4.5.2005

 


HÖR ZU!
Hört, hört, was in der bekannten Programmzeitschrift zu lesen ist:

Sie sausen immerzu herum, es fällt ihnen schwer, sich länger als ein paar Minuten derselben Sache zu widmen, statt dessen zwicken sie eher den Mitschüler zur Rechten und fegen mit der linken Hand zugleich den Tuschkasten vom Tisch: Für rund vier Prozent der Kinder und Jugendlichen gehört ein derart chaotisches Verhalten zum Alltag. Wenn das Problem bereits im Vorschulalter auftritt sowie gleichzeitig zu Hause und in Kindergarten oder Schule, spricht man heute von einer ,,Aufmerksamkeitsdefizit- und Hyperaktivitätsstörung", kurz ADHS.

Diese Auffälligkeit bei Kindern ist altbekannt. Die kleinen Störenfriede - zumeist Jungen - sind denn auch in bester Gesellschaft etwa mit Mozart und Hermann Hesse, denen ein ähnlich ungezügeltes Verhalten nachgesagt wurde.

Vorschnelle Diagnose
Entgegen einer weitverbreiteten Vorstellung hat die Zahl der Zappelphilippe in den vergangenen Jahrzehnten nicht nachweislich zugenommen. Und doch: ,,Die von Eltern und Lehrern gefühlte Zunahme ist erheblich", sagt Prof. Manfred Döpfner, Kinderpsychiater an der Uniklinik Köln. Abzulesen ist dieser Trend an den ärztlichen Rezepten für Medikamente wie ,,Ritalin", die eingesetzt werden, um die extreme Unruhe abzumildern. ,,Seit den 90er Jahren hat sich die Verordnungsmenge solcher Psycho-Stimulanzien versechzigfacht", sagt Prof. Gerd Glaeske, Arzneimittelexperte an der Uni Bremen. Der Gebrauch dieser Mittel, da ist sich die Fachwelt einig, kann segensreich sein, wenn die Diagnose stimmt und es sich um schwere Fälle handelt. ,,Doch vermutlich erhalten auch viele Kinder diese Pillen, die mit nicht-medikamentösen Therapien besser dran wären", sagt Glaeske. Der Wandel unserer Gesellschaft, soviel ist klar, macht es den wilden Kerlchen heute besonders schwer. ,,Es wird erwartet, daß man mit kontrolliertem Verhalten immer mehr leistet und das schon sehr früh", sagt der Kinderpsychiater und ADHS-Experte Dr. Helmut Bonney aus Heidelberg. Zu Zeiten hingegen, als solche Kinder täglich kreuz und quer über den Bauernhof flitzen konnten, fiel ihre Besonderheit kaum ins Gewicht.

Häufig, so beklagen Experten, erfolge die Diagnose ADHS zudem im Eilverfahren. Weil Kinderärzte oft wenig Zeit haben, genervte Eltern auf schnelle Lösungen drängen und Kinderpsychiater noch immer Mangelware sind. Weitere Erschwernis bei der Diagnostik: ,,Ob ein Kind nun behandelt werden sollte oder nicht, ist sehr schwer zu klären", sagt Sozialpädagoge Hannes Brandau von der Uni-Kinderklinik in Graz: ,,Die Grenze ist völlig fließend." Auch die Frage, ob der Nachwuchs einfach nur extrem lebhaft ist, laßt sich seriös offenbar kaum beantworten. ,,Es gibt bei diesem psychischen Problem kein krank oder gesund", meint auch der Kölner ADHS-Forscher Döpfner. Denn die Ursachen für das Zappelphilipp-Phänomen liegen noch weitgehend im Dunkeln.

Zwar spricht vieles dafür, daß bei der Mehrzahl der Kinder eine genetische Disposition zugrunde liegt. Doch ob und wie stark die Gene zum Ausdruck kommen, hängt wiederum von der Umwelt der Kleinen ab. Daneben steht eine Vielzahl weiterer Risikofaktoren, etwa Schwangerschafts- und Geburtskomplikationen. ,,Als abwegig gilt mittlerweile die Vorstellung, daß Besonderheiten im Gehirn die Ursache für ADHS sind", sagt der Göttinger Neurobiologe Prof. GeraId Hüther.

Bewegung und klare RegeIn
Um die Kinder nicht leichtfertig als Kranke abzustempeln, empfehlen die Experten daher einen therapeutischen Stufenplan. Bei einer leichten und mittleren ADHS, so der Tenor, sollten zunächst psychologische und pädagogische Angebote wahrgenommen werden. Bewährt haben sich Verhaltenstherapien, in denen die Kinder die Kontrolle ihrer Impulse und eine Art Handlungsplanung lernen.

Als noch erfolgreicher erwiesen sich sogar psychologische Hilfen für Eltern und Lehrer. Denn die kleinen Nervensägen provozieren häufig geradezu Erziehungsfehler — klare Regeln indes mildem die Probleme ab. Ebenfalls nützlich: Musik-, Kunst- oder Ergotherapien. Da die unruhigen Kinder meist auch motorische Defizite haben, gilt inzwischen Bewegung als wichtige Maßnahme, etwa in speziellen psychomotorischen Spiel-oder Sportgruppen. Erst wenn all dies nicht hilft, ist der Einsatz von Medikamenten sinnvoll. Sie verbessern in schweren Fällen denn auch die Chance, daß begleitende Hilfsangebote überhaupt greifen können.

Pillen allein sind aber keine probate Lösung. Denn zum einen haben Medikamente wie ,,Ritalin" oder das jüngst zugelassene ,,Strattera" auch Nebenwirkungen - von Kopfweh bis zum Leberschaden. ,,Zum anderen lernt das Kind, daß es nur gemocht und zu Geburtstagen eingeladen wird, wenn es Tabletten nimmt", sagt Helmut Bonney. Stattdessen aber sollte es lernen und erleben, "dass es seine chaotischen Impulse selbst steuern kann und sobald wie möglich auch ohne Arzneien auskommt."

Tipps für Eltern
Sollten Sie den Verdacht haben, dass Ihr Kind an einer Aufmerksamkeitsdefizit- und Hyperaktivitätsstörung leidet, wenden Sie sich am besten zuerst an
Erziehungs- und Familienberatungsstellen (Adressen in den Gelben Seiten). Diese geben Hilfestellung bei der psychologischen und pädagogischen Bewältigung der Situation. Sie vermitteln häufig auch Kontakte zu erfahrenen Heilpädagogen und Bewegungstherapeuten. Parallel sollte ein Kinderarzt ausführlich abklären, ob sich körperliche Ursachen für die Unruhe finden lassen.

Meiden Sie besser Ärzte und Selbsthilfegruppen, die eine schnelle oder gar alleinige Verordnung von Medikamenten propagieren.

Quelle: HÖRZU 17/2005, S. 118 ff.

Mfg, Dörte
4.5.2005


ADHS-Kritik: Umstrittene Diagnose

"Viele Schulmediziner akzeptieren ADHS mittlerweile als Krankheit. Andere Fachleute bezweifeln dagegen, dass alle ADHS-Kinder unter der gleichen Störung leiden. „ADHS ist keine Krankheit, sondern eine Art Sammeltopf für ganz unterschiedliche Verhaltensstörungen“, meint beispielsweise Hans-Reinhard Schmidt, Psychologe in Bornheim bei Bonn. Seiner Erfahrung nach diagnostizieren Ärzte ADHS häufig bei Kindern, die eigentlich unter anderen Problemen leiden. „Ein Teil hat Entwicklungsverzögerungen oder Wahrnehmungsstörungen, zum Beispiel Legasthenie, Dyskalkulie, Probleme mit dem Gehör oder dem Gesichtssinn oder psychomotorische Störungen. Die andere Gruppe ADHS-Kinder sind meist klassisch verhaltensgestörte Kinder, die zum Beispiel unter Erziehungsfehlern oder seelischer Vernachlässigung leiden. Und natürlich gibt es Kinder, auf die beides zutrifft.“

Zudem beschäftigten sich Ärzte häufig nur oberflächlich mit den kleinen Patienten, bemängelt der Psychologe: „In meine Praxis kommen Kinder, denen der Arzt nach einem zehnminütigen Gespräch die Diagnose „ADHS“ gestellt hat.“

Auch die Therapie ist vielen ADHS-Kritikern ein Dorn im Auge: „Leider ist es in der Praxis so, dass Ärzte meist ausschließlich Psychopharmaka verschreiben und die wichtigen übrigen Therapien vernachlässigen“, kritisiert Hans-Reinhard Schmidt. „Das ist ein Skandal!“

Tatsächlich können Medikamente Kindern helfen, überhaupt erst Zugang zu einer Psychotherapie zu finden. Auf keinen Fall sollten Betroffene als einzige Maßnahme die Tabletten über Jahre oder gar Jahrzehnte hinweg einnehmen. „Das Ziel sollte sein, dass man durch begleitende Maßnahmen das Medikament langsam immer niedriger dosieren kann, bis es schließlich überflüssig wird“, fordert Schmidt.

Wichtiger sei es, die Grundstörungen zu beseitigen. „Methylphenidat heilt ja nicht, sondern lindert bestenfalls die Symptome“, betont Hans-Reinhard Schmidt. Er rät betroffenen Eltern, zusätzlich zum Kinderarzt eine Erziehungsberatungsstelle aufzusuchen. „Bundesweit helfen über 1000 dieser Stellen Eltern und betroffenen Kindern kostenlos und qualifiziert. Sie bemühen sich, mit dem behandelnden Arzt zusammenzuarbeiten“, empfiehlt er. Eltern sollten sich einen Arzt aussuchen, der mit der Erziehungsberatungsstelle zusammenarbeitet".

Quelle:
FOCUS online

Werner
9.5.2005

 

Sensationeller Forschungsfortschritt:
Ohren komorbid mit ADHS

Prof. Dr. mult. Jug Ear von der Huge-Spoon-University, California (USA) hatte eine wissenschaftliche Inspiration, als ihm kürzlich ein ernsthaft an ADHS erkrankter kleiner Junge auf die exploratorische Frage, ob er schon mal Probleme mit den Ohren gehabt habe, antwortete: "Ja Doc, jedesmal, wenn ich den Pullover überziehe!" Als Jug näher nachschaute, bemerkte er, dass der Junge abstehende Ohren hatte.

Da dies Zufall hätte sein können, untersuchte es Jug in einer klinischen
Studie. Und siehe da, der Abstand der Ohren vom Schädel war bei den ADHS-Kindern signifikant größer als bei nicht von ADHS-betroffenen Kindern. Und außerdem zeigte sich, dass die Kinder umso stärker mit den Ohren wackeln konnten, je hyperaktiver sie waren. Jug Ear erklärt dies damit, dass Ohrengröße und Ohrenwackeln in der Frühzeit des Menschen überlebenswichtig waren, weil es in die Lage versetzte, besser in alle Himmelsrichtungen zu lauschen und so Gefahren frühzeitiger wahrnehmen zu können. Thom Hartmann hat Jug Ear für diese wegweisende Forschung bereits gratuliert.
Die ADHS-Forschung macht also wirklich sehr hoffnungsvolle Fortschritte!

Ulli
23.5.2005

Internationaler "Kongress überAktive Kinder"  ADHS ein Konstrukt?
24.-26. Juni 2005 in Salzburg
 
      Diesen internationalen Kongress organisiert "CARPE DIEM - der Verein zur Förderung von Bildung und Kultur" (http://www.carpe-diem.at). Der gemeinnützige Verein Carpe diem ist politisch und konfessionell neutral und hat seinen Sitz in Zell am See.  Bitte helfen Sie mit, Ihre Mitarbeiter, KollegInnen und an diesem Thema interessierte Bekannte zu informieren. Vielen Dank.   In Unterricht und Erziehung besteht dringender Handlungsbedarf, denn Pädagogen, Eltern und Therapeuten sind oftmals überfordert im Umgang mit "verhaltensauffälligen" Kindern. Der Kongress entstand aus dem Bedürfnis, eine Lanze für die "(über)aktiven Kinder" zu brechen, die oft als Symptomträger gesehen werden. Und das in allen beteiligten Systemen: Kindergärten, Schulen und sogar in den Familien. Leben wir in einer egoistischen Leistungsgesellschaft, die mehr auf die eigenen Ansprüche als auf die der Kinder achtet? Welchen Preis zahlen unsere Kinder und Jugendlichen und welchen zahlt die Gesellschaft insgesamt?!

Solchen und weiteren Fragen wollen wir nachgehen:
* Ist AD(H)S ein Konstrukt?
* Welche Alternativen der Vorbeugung und Behandlung gibt es?
* Welche Gefahren und Chancen liegen in der medikamentösen Behandlung?
* Für wen zappelt Philipp?
* Wovon träumt Suse?
* ADHS-Kinder - nur Unruhestifter und Störenfriede?

Wann und wo?
Der Kongress beginnt am Freitag, den 24. Juni 2005 um 10:00 im CD Hotel (ehemals Rosenberger) beim Messegelände Salzburg.
Auf unserer homepage
http://www.carpe-diem.at  finden Sie weitere Informationen wie Veranstaltungsprogramm, Preise und eine Beschreibung des Anfahrtswegs. Ausklingen wird der Kongress am 26. Juni gegen 16:30 mit einem gemeinsamen Abschiedsritual.
Mehr Info unter http://www.carpe-diem.at

Das Kongressprogramm ist sehr breit gefächert - Referenten aus der systemischen Familientherapie beleuchten das Milieu und die familiären Hintergründe (Für wen zappelt Philipp?).

Psychologen, Ärzte und Pädagogen (Dr. Prekop, Dr. Leibovici-Mühlberger, Dr. Becker und Dr. Kaschnitz) befassen sich mit seelischen Hintergründen und Therapiemöglichkeiten aus schulmedizinischer und ganzheitlicher Sicht.
Die medikamentöse Behandlung von ADHS wird kritisch betrachtet und bietet sicher Stoff für anregende Diskussionen und Meinungsaustausch.

Die Brücke zur Schule schlägt Günter Schricker, der seit 30 Jahre als Lehrer in der Schulverwaltung, Lehrerbildung und Supervision tätig ist.

Besonders haben wir uns über die Zusage von Univ.Prof.Dr. Gerald Hüther aus Göttingen gefreut, der neurobiologische Grundlagenforschung betreibt und Einflüsse psychosozialer Faktoren und psychopharmakologischer Behandlungen auf die Hirnentwicklung untersucht.
Information / Anmeldung: CARPE DIEM - Verein zur Förderung von Bildung und Kultur Sportplatzstr. 28 5700 Zell am See Tel.:06542/ 55 28 6-0 Fax.: 06542/55 2 86-6
mail: carpediem.zell@aon.at   homepage: www.carpe-diem.at


Die US-Gesundheitsbehörde FDA will bei zwei weit verbreiteten Psychopharmaka Zusatzinformationen über mögliche psychische Nebenwirkungen auf den Verpackungen anbringen. Wie das "Wall Street Journal" (WSJ) am Mittwoch berichtet, geht es um die Medikamente "Concerta" von Johnson & Johnson und "Ritalin" von Novartis, die beim Auftreten des Aufmerksamkeits- Defizit-Syndrom mit Hyperaktivität (ADS-Syndrom) eingesetzt werden.

Hintergrund des geplanten Warnhinweises sind Patientenberichte über Wahnvorstellungen, Selbstmordgedanken, psychotische Schübe und Aggressionen, die nach Einnahme von Medikamenten der Stoffgruppe der Methylphenidate auftreten.

Das Vorhaben der FDA besage allerdings nicht, dass es einen nachgewiesenen Zusammenhang zwischen den Nebenwirkungen und den Medikamenten gebe. Die FDA wird deshalb weitere Medikamente untersuchen, die für ähnliche Krankheiten verschrieben werden. Einen Zusatz auf der Verpackung kommt erst in Betracht, wenn andere konkurrierende Medikamente untersucht worden sind, sagte eine FDA-Sprecherin. Dazu zählten Aufputschmittel von Eli Lilly & Co sowie Shire Pharmaceuticals Group plc.

Quellen: Finanztreff
Ärzteblatt

Kim-Julian
1.7.2005


MPH steigert das Zigarettenrauchen

Dass D-Amphetamin (Dexedrin) den Zigarettenkonsum erhöht, ist bereits bekannt. Aber obwohl Methylphenidat (z.B. Ritalin®) zu den meistverschriebenen Substanzen bei ADHS zählt und allgemein sehr ähnliche Wirkungen wie Dexedrin zeigt, ist sein Zusammenhang mit dem Zigarettenkonsum bisher erstaunlicherweeise nicht genau erforscht (obwohl ADHSler ja von Hause aus sowieso schon mehr rauchen). Rush, Chr. u.a. konnten nun in einer neuen Studie bestätigen, dass auch Methylphenidat bei gesunden Personen den Zigarettenkonsum eindeutig erhöht. Nachdem die Versuchspersonen (Raucher ohne ADHS, die nicht den Wunsch hatten, mit Rauchen aufzuhören) im halbblinden Versuch MPH bzw. ein Placebo bekommen hatten, rauchten sie als Folge der MPH-Gabe und in linearer Abhängigkeit von der Dosis die nächsten 4 Stunden mehr Zigaretten gieriger als sonst, aßen weniger und nahmen weniger Kalorien zu sich.

Wie das die üblichen Ritalin-Propagandisten mit ihrer Behauptung vereinbaren, es verhalte sich alles in Wirklichkeit genau umgekehrt - MPH wäre nicht suchtfördernd, ja geradezu suchteindämmend - würde ich gerne mal wissen.

Gerd B.
5.7.2005


Amphetamin zerstört Hirnnerven

Was die Nebenwirkungen der Amphetamine und ihrer Derivate betrifft, weiß man ja immer noch viel zu wenig im Verhältnis zu ihrer massenhaften und unkritischen Anwendung bei Kindern und immer mehr Erwachsenen.

Mechan-Mayne u.a. haben nun in einer neuen Studie mit Menschenaffen gezeigt, dass eine Amphetaminbehandlung, wie sie ähnlich auch bei Erwachsenen mit ADHS angewendet wird, die dopaminergen Nervenendigungen im Striatum zerstört. Ausserdem hatte die Amphetaminkonzentration im Plasma, die bei den Primaten nervenschädigend wirkte, eine Höhe, wie sie andernorts auch bei mit Amphetaminen behandelten ADHS-Kindern berichtet wird.

Es sind also dringend weitere Forschungen nötig, um die Neurotoxizität einer Amphetaminbehandlung bei Erwachsenen und Kindern genauer zu prüfen.

Preiser
25.7.2005

Siehe auch: Ritalin verändert das Gehirn

 

"ADHS" und Homöopathie

Schweizer Forscher um Heiner Frei konnten in einer neuen methodisch anspruchsvollen Studie (doppelblind, placebokontrolliert, Kontrollgruppe) die Wirksamkeit einer homöopathischen Behandlung mit Verum bei 62 mit "ADHS" diagnostizierten Kindern belegen. Kinder und ihre Eltern wurden nicht nur zu verschiedenen Untersuchungszeitpunkten, sondern auch zur Untersuchung der Langzeiteffekte nach Abschluss der Studie mit Fragebogen (Conner´s Global Index CGI) sowie mit neuropsychologischen Tests untersucht. Die Diagnosen waren gemäß den DSM IV-Forschungskriterien getroffen worden. Die Kinder wurden in zwei Gruppen unterteilt und kreuzweise abwechselnd jeweils 6 Wochen lang homöopathisch oder mit Placebo behandelt. Es zeigten sich signifikante und anhaltende Verbesserungen der homöopathisch behandelten Kinder im Verhalten und in Wahrnehmungsbereichen im Vergleich zu Placebo.
Es gibt also Alternativen zu den nebenwirkungsträchtigen Psychopharmaka!

Literatur: Heiner Frei u.a.: Homeopathic treatment of children with attention deficit hyperactivity disorder: a randomised, double blind, placebo controlled crossover trial. European Journal of Pediatrics 27.7.2005, Springer-Verlag.

8.8.2005
Hubert Geue



Homöopathie:
150 Jahre Streit und kein Ende

Eine neue englisch-schweizerische Metaanalyse der Wirkung der Homöopathie, die in der renommierten Wissenschaftszeitschrift Lancet nachzulesen ist, fährt schweres Geschütz auf: Homöopathie sei nicht wirkungsvoller als Placebo, folgern die Wissenschaftler aus ihrer Analyse von 110 bisher einschlägigen Studien. Professor Egger aus dem Forscherteam erklärt: "Unsere Studie demonstriert deutlich den Zusammenhang und die kumulativen Effekte verschiedener Quellen der Voreingenommenheit. Wir geben zu, dass es unmöglich ist, das Ausbleiben eines Effekts zu beweisen, doch wir konnten zeigen, dass die Wirkungen, die in placebokontrollierten Studien zur Homöopathie gefunden wurden, mit der Placebo-Hypothese vereinbar sind.“
Soll heißen: Homöopathie wirkt, aber eben nicht besser als Placebo. Streng wissenschaftlich betrachtet ist damit aber nicht die Wirkungslosigkeit von Homöopathie bewiesen. Die Wirkungen sind vielmehr mit der Placebotheorie vereinbar.

Besonders interessant sei es, so kommentiert Lancet die Ergebnisse, dass seit 150 Jahren noch immer um die Wirksamkeit der Homöopathie debattiert wird – obwohl während der letzten 150 Jahre immer wieder festgestellt wurde, dass sie eigentlich nicht wirkt. Die hier in ADS-Kritik weiter oben zitierte schweizer Studie von Heiner Frei u.a., die die Wirkung von Homöopathie sehr klar zu belegen scheint, steht allerdings zu dieser Aussage in scharfem Kontrast.

Kann es sein, dass der Umstand, dass in der Frei-Studie die Forscher selber Homöopathen-Befürworter zu sein scheinen (bzw. die Lancet-Forscher umgekehrt wohl nicht), einen systematischen methodischen Fehler in die Studien eingebracht hat?

Preiser
30.8.2005

Quellen: A Shang and others. Are the clinical effects of homoeopathy placebo effects?. Lancet 2005; 366: 726
http://www.thelancet.de/artikel/787700
Der SPIEGEL
Süddeutsche Zeitung


Buchempfehlung
Mehr muss man als Eltern gar nicht lesen
Das Büchlein "Mein Kind ist ein Zappelphilipp" von Dieter Krowatschek hat nur 70 Seiten und kostet ganze 7.90, aber es fasst sehr gut und sehr leicht lesbar sowie wohltuend differenziert zusammen, was Eltern zum Thema wissen sollten. Da kann man viel Geld und Verwirrung sparen, die die meisten anderen Bücher über "ADHS" bedeuten. Inhaltlich ist es auf dem neuesten Stand (zu erkennen daran, dass es die berühmte Dopamin-Mangeltheorie als inzwischen wissenschaftlich falsch erkennt), und auch mit der Medikation geht es sehr vorsichtig um, indem es diese nur befürwortet, wenn ansonsten wirklich alle Stricke gerissen sind, was meist noch lange nicht der Fall sei. Bezeichnend auch Krowatscheks Erfahrung mit der Vorsitzenden einer Elterngruppe:
"Vor einigen Jahren habe ich einen Workshop für Lehrkräfte in einer Gesamtschule in B. E. durchgeführt. An diesem pädagogischen Tag nahm auch die Vorsitzende einer großen Elternvereinigung teil, die in der dortigen Region außerordentlich aktiv ist. Die Veranstaltung lief außerordentlich gut. Die Lehrkräfte zeigten sich verständnisvoll. Die verhaltensorientierten Methoden für den Einsatz in der Schulklasse stießen auf großes Interesse. Schließlich kam das Thema ,,Medikation" zur Sprache. Als Referent machte ich keinen Hehl daraus, dass ich nicht gerade ein begeisterter Anhänger der Medikation sei. Ich neige eher dazu, den Eltern zu raten, solange es überhaupt geht, von einer Medikation abzusehen. Von Lehrkräften kann ich mir nur schwerlich vorstellen, dass sie fordern dürfen, dass Kinder Psychopharmaka erhalten, damit sie problemlos unterrichtet werden. Kaum hatte ich dies ausgeführt, sprang die Vorsitzende des Elternverbandes erregt auf, fuchtelte mit den Armen und warf mir vor, zu einer Sache Stellung zu nehmen, die allein der Arzt beurteilen könnte: ,,Mischen Sie sich nicht in Dinge ein, die allein Aufgabe des Arztes sind." Sie nahm zwar dann noch weiter an dem Workshop teil, ihre Miene jedoch blieb säuerlich. Das Thema der Medikation gilt heute mehr denn je als umstritten." (D. Krowatschek, obiges Buch S. 67)

Wer die fuchtelnde Dame war, können sich sicher einige Insider wie ich denken...
Alice
15.9.2005


ZEITZEUGEN (21)

Trauer um Simon Wiesenthal
DER ANWALT DER ERMORDETEN

Simon Wiesenthal ist im hohen Alter von 96 Jahren gestorben. Er überlebte mit seiner Frau 12 Nazi-Konzentrationslager, seine gesamte übrige Familie wurde ermordert.

Mit seiner Arbeit hat Wiesenthal dazu beigetragen, mehr als 1.100 Nazi-Kriegsverbrecher vor Gericht zu bringen. Sein größter Fang war der "Endlöser" Adolf Eichmann, der den Massenmord an den Juden organisiert hat. Eichmann wurde 1961 in Argentinien aufgespürt und dann in Israel zum Tode verurteilt.

Daneben waren der 1963 in Wien ausfindig gemachte Karl Silberbauer, der die seinerzeit 14-jährige Anne Frank in Amsterdam verhaftet hatte, 1967 die Aufspürung des KZ-Kommandanten von Treblinka, Franz Stangl, und 1987 die Festnahme des ehemaligen Ghetto-Kommandanten von Przemysl, Josef Schwammberger, in Südamerika, die spektakulärsten von Wiesenthal aufgedeckten Fälle.

Bei all dem stand das Motto, "Recht, nicht Rache" im Mittelpunkt des Wirkens von Wiesenthal - unter diesem Titel hat er 1988 auch seine Lebenserinnerungen veröffentlicht. Sein wohl wichtigstes Vermächtnis ist das 1977 in Los Angeles gegründete Simon Wiesenthal Center mit zahlreichen Außenstellen, das sich nicht nur mit der Verfolgung von Nazi-Kriegsverbrechern beschäftigt, sondern auch an den Holocaust erinnert und gesellschaftliche Probleme wie Rassismus, Antisemitismus und Terrorismus bekämpft.

Der Leiter des Wiesenthal-Zentrums in Jerusalem, Zuroff, kündigte an: "Wir setzen den Kampf mit derselben Entschlossenheit fort, getreu seinem spirituellen Testament." Auch das umfangreiche Archiv Wiesenthals über den Holocaust soll weiter genutzt werden. Verschiedene Organisationen wollen ein "Wiener Wiesenthal Institut für Holocaust-Studien" errichten.

Café Holunder trauert um Simon Wiesenthal. Sein Leid, seine Humanität und sein Wunsch nach Gerechtigkeit treiben uns um. Unsere Kinder und Kindeskinder sollen es weitertragen. Es gibt keine Wahrheit ohne Gerechtigkeit. Ein warmherziger, imposanter und meistgehasster Österreicher bleibt in unseren Herzen.

Café Holunder
20.9.2005

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