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von der Oh wie
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Liebe Gäste, Café Holunder lädt Sie wie immer ein, bei einem Espresso, einem Holunderblütentee oder einem Capuccino zu verweilen und die Entwicklung unseres Themas "ADHS" mit demselben großen Interesse wie bisher zu verfolgen! Heute stellen wir Ihnen die größte Übersichtsstudie zu ADHS-Medikamenten vor, die die Wissenschaft bisher vorgelegt hat: Sind ADHS-Medikamente
sicher? Eine Forschergruppe der Oregon State University, USA, untersuchte in einer Metaanalyse (Drug Effectiveness Review Report) die Sicherheit von 27 bekannten ADHS-Medikamenten (darunter Ritalin, Concerta, Adderall, Strattera u.a.). Die Gesamtauswertung praktisch aller 2287 Studien, die weltweit zur Sicherheit dieser Medikamente bisher veröffentlicht wurden, führte u.a. zu folgenden Ergebnissen:
Mark Gibson, der Projektleiter, betont, dass viele von der Pharmaindustrie gesponserte Studien nur die erwünschten Ergebnisse veröffentlichten, so dass man nicht sicher sein könne, ob man ein bestimmtes Medikament anwenden sollte oder nicht. Er kritisiert auch, dass die Zulassungsbehörde der USA, die FDA, bei neuen Medikamenten keine mit bisherigen Mitteln angestellten Wirksamkeitsvergleiche verlangt. Die Hersteller vergleichen ihre Mittel stattdessen lieber mit der Wirkung von Zuckerpillen (Placebos). Dennoch nehmen allein in den USA derzeit mehr als 2,5 Millionen Kinder und Jugendliche täglich diese Medikamente. Drug Effectiveness
Review Report H.-R.
Schmidt
Huang-Pollock u.a sind dieser alten Grundfrage noch einmal nachgegangen und haben Aufmerksamkeitsstörungen bei ADHS-diagnostizierten Kindern des primär unaufmerksamen Typs sowie bei solchen des kombinierten (hyperaktiven und unaufmerksamen) Typs gesucht - und keine gefunden! In keiner der beiden ADHS-Untergruppen fanden sie selektive Aufmerksamkeitsstörungen! Sie schließen daraus, dass wahrscheinlich die meisten ADHS-diagnostizierten Kinder eine völlig normale Aufmerksamkeit haben. Dass es bei ADHS einen Subtyp der primär aufmerksamkeitsgestörten Kinder überhaupt gibt, ziehen sie denn auch zurecht in Zweifel. Das bestätigt auch meine klinische Erfahrung mit sog. "ADHS-Kindern". Bei den wenigsten dieser mir mit anderswo gestellter Diagnose vorgestellten Kinder konnte ich in einer testpsychologischen Nachuntersuchung und in der längeren klinischen Beobachtung Aufmerksamkeitsstörungen feststellen, auch nicht mit bewährten Tests wie z.B. dem DAT (Dortmunder Aufmerksamkeitstest). Nur bei 2 Prozent dieser diagnostizierten Kinder gab es unterdurchschnittliche Werte. Das, was Eltern und/oder Lehrer als Aufmerksamkeitsproblem beschrieben, war meistens motivational zu erklären und entsprechend zu behandeln (z.B. Über- bzw. Unterforderung, seelische Belastung, Traumatisierung, familiäre Störung, etc.). Und was bleibt? Die sog. Hyperaktivität und Impulsivität, die erst recht keiner objektiv, zuverlässig und valide messen kann? Und deren "Ursachen" genauso vielfältig sind wie die Lebensgeschichten der Kinder? Sehern wir es doch mal ganz realistisch: In Wirklichkeit bleibt gar nichts übrig von einem Syndrom namens "ADHS". Bei nüchterner wissenschaftlicher Betrachtung ist es ein von interessierten Kreisen schlecht ausgedachtes Syndrom, das sich in der Wirklichkeit gar nicht finden lässt. Preiser
Wie wir hier schon vor 2 Jahren berichtet haben, verlangsamt Ritalin das Wachstum unserer Kinder. In einer neuen Studie haben Zhang u.a. dies erneut nachgewiesen und bestätigt. Sie verglichen in einer Langzeitstudie über 2 bis 4 Jahre hinweg, wie sich Methylphenidat auf das Längenwachstum der Kinder auswirkt. Sie fanden einen zwar nicht sehr großen, aber dennoch eindeutigen Effekt: Mit Methylphenidat behandelte Kinder blieben in ihrem Längenwachstum (aber nicht in ihrem Gewicht) hinter den unbehandelten Kindern zurück. Ritalin u.a. hemmen also
das Wachstum unserer Kinder. Sie werden kleiner, bei
gleichbleibendem Gewicht. Birger W. ...und die
Mutter blicket stumm
Ulli
ADHS als
eigenständige Krankheit ist nach wie vor aus guten
Gründen sehr umstritten. Dies nicht nur, weil meistens
allein und völlig phantasielos mit zweifelhaften
Psychopharmaka auf das Gehirn von Kindern losgegangen
wird, die aus ganz unterschiedlichen Gründen als
verhaltensschwierig gelten, sondern auch, weil dem
Krankheitsbild und vor allem seiner Diagnostik etwas
stark Willkürliches -sprich: Unseriöses- anhaftet.
Lassen
Sie
mich das etwas näher begründen:
Guten
Rutsch ins Neue Jahr dem geschätzten Café Holunder,
wünscht Das Medikament macht die
Krankheit 1993 verkauften die Apotheken in Deutschland 34 Kilogramm des Ritalin-Wirkstoffs Methylphenidat. 2004 waren es bereits über 1.000 Kilogramm. Dabei ist die Zahl der ADHS-Kinder in den letzten Jahren nicht gestiegen. Auch der Wirkstoff selbst ist nicht neu, sondern seit den 60er-Jahren auf dem Markt. Woher also der Boom? Ritalin-Befürworter erklären ihn gerne mit dem zunehmenden Wissen bei Ärzten und betroffenen Eltern über die segensreiche Wirkung der Substanz. Aber wer schürt dieses Wissen? Wer finanziert Fortbildungsveranstaltungen für Ärzte, Sonderbeilagen in Ärztezeitschriften, Info-Broschüren für Eltern? Wer profitiert am meisten davon, wenn eine Verhaltensauffälligkeit als genetisch bedingte und damit unheilbare Krankheit definiert wird? Natürlich die Firmen, die die Medikamente produzieren. Doch das alleine erklärt den Boom nicht. Hinzu kommt eine Gesellschaft, die immer weniger Verständnis für Ungenormtes hat. Die aus der Vielfalt menschlichen Verhaltens einen Katalog behandelbarer psychiatrischer Krankheiten macht. Eine Gesellschaft, die so verrückt ist, einen Teil ihrer Kinder lebenslang mit Psychopharmaka zu behandeln, damit sie normgerecht funktionieren. Dass die Eltern dabei in der Zwickmühle sind, ist klar. Sie sehen, wie ihre Kinder daran leiden, zu verspotteten Außenseitern zu werden. Sie befürchten, dass die Bildungs- und damit die Zukunfts-Chancen ihrer Sprösslinge schwinden. Da bietet Ritalin, nachdem man manch anderes schon versucht hat, einen Ausweg. Eine dauerhafte Lösung ist das Medikament meiner Meinung nach jedoch nicht. Denn es hat eine fatale Nebenwirkung. Es definiert das Verhalten der Kinder als unheilbar krankhaft. Und das ist es nicht. Leo Frühschütz
Auf soziales Umfeld schauen
Schrot&Korn
Frank J.
Sulloway Immer wieder gibt es Menschen, die das herrschende Denken durchbrechen, die das Neue suchen und Veränderungen anstoßen. Wodurch werden die einen zu Rebellen, während die anderen am Bestehenden festhalten? Frank J. Sulloway, Wissenschaftshistoriker am renommierten Bostoner MIT, ist dieser Frage nachgegangen. In mehr als zwanzigjähriger Forschungsarbeit hat er große Umwälzungen wie die Französische Revolution oder Darwins Evolutionstheorie unter biographischen Gesichtspunkten untersucht. Gestützt auf eine halbe Million Daten aus rund siebentausend historischen Lebensläufen gelangte er zu einer radikal neuen Erkenntnis: Von allen Faktoren hat die Geschwisterrivalität den größten Einfluß auf die Persönlichkeitsentwicklung. Erstgeborene und Einzelkinder neigen deutlich stärker zu konservativen Grundhaltungen, sind ehrgeizig und verantwortungsbewußt die klassischen Führungspersönlichkeiten. Spätergeborene sind dagegen empfänglicher für Neuerungen und eher bereit zu revolutionärem Denken die »Bilderstürmer« und Ketzer. Dafür liefert Sulloways fundierte Studie viele erstaunliche Beispiele, von Luther über Voltaire, Darwin, Newton, Kepler, Freud, Einstein, Huyley, Mendel uva. bis hin zu Bill Gates und Madonna. Ob man an der Geschichte der eigenen Familie interessiert ist oder an der des menschlichen Fortschritts an jeder Stelle des Buches wird man auf faszinierende Einsichten stoßen. Das Buch ist so voll von lebendigen Schilderungen und spannenden wissenschaftlichen Erkenntnissen, dass ich es so schnell nicht wieder weglegen werde. Man kann es mehrmals lesen. Ich finde, gerade unsere sogenannten ADHS-Kinder sind oft solche Rebellen und Bilderstürmer. Leider erklärt man sie heute für hirngestört und tötet ihren Geist und ihre stürmische Kreativität mit Psychopharmaka, macht sie chemisch zu überangepassten Leistungserbringern. Welch gewaltiger geistiger Nährstoff unserer Kultur und Wissenschaft damit abhanden zu kommen droht, muss unbedingt endlich bedacht werden. Wenn Mozart heute leben würde, hätten ihn die Professoren schon längst psychiatrisiert und mit Ritalin ruhiggestellt. Der Autor Frank J. Sulloway ist Forschungsprofessor am Department of Brain and Cognitive Science des Massachusetts, Institute of Technology. Er veröffentlichte zahlreiche Studien zum Wesen wissenschaftlicher Kreativität, über Darwin und zu Fragen der Entwicklungspsychologie. Für sein Buch »Freud. Biologe der Seele« erhielt er den Pfizer-Preis der History of Science Society. Constanze Wallony Draufklicken und hinfahren!
Ich
habe den folgenden Bericht zu dem Thema verfasst und
diesen im Dezember auf der Internetseite von: "www.ads-hyperaktivitaet.de" eingestellt. Nach
kurzer Zeit ist mein Bericht wieder gelöscht worden: Durch Zufall bin ich auf diese Internetseite www.ads-hyperaktivitaet.degestoßen. Eigentlich bin ich auf der Suche nach einer Auslasstherapie. Hintergrund für diese Maßnahme ist die Einnahme von "Ritalin". Seit fast 37 Jahren bin ich ein sogenanntes "Ritalinkind" und leide noch heute unter den folgen dieses Medikaments. Wenn ich diese schönen Berichte, Kommentare und Erfolgsgeschichten auf dieser Internetseite lese, dann muss ich mich aufpassen, dass ich nicht wirklich aggressiv werde. Ich bin wirklich geschockt und fassungslos, dass sich die Teilnehmer gegenseitig in dem Internetforum Ratschläge geben, wie viel mg man seinem Kind verabreichen muss, dass es endlich wirkt. Es geht hier nicht um ein Backrezept oder um das Verabreichen von Motoröl für ein Auto!! Es handelt sich um eine hoch konzentrierte Droge. Viele Menschen können es nicht verstehen, dass Jugendliche in der Disco Ecstasy nehmen. Ritalin ist auf derselben Stufe einzuordnen, nur mit dem kleinen Unterschied, dass es rezeptpflichtig ist. Ich weiß sehr genau wovon ich spreche, da ich ca. vier bis fünf Jahre diese Droge von meiner Mutter verabreicht bekommen habe. Und es hat wirklich super funktioniert. Relativ schnell wurde ich ruhig angepasst und alles wurde "gut". Ich kann meiner heute Mutter keinen Vorwurf machen, weil es 1974 noch keine Möglichkeiten gab, sich über das Medikament ausführlich zu informieren. Aber ich mache allen Ärzten und Eltern den Vorwurf, die leichtgläubig und ohne jegliche Bedenken dieses Medikament einem Kind verabreichen. Was ich seit damals nicht geändert hat, ist das Urvertrauen in die Menschen mit dem weißen Kittel und in die Pharmaindustrie. Ich gebe zu, dass die Beurteilung des ehemaligen Zappelphilipps und ADS sehr ausführlich und detailliert erforscht worden ist und ich finde mich in vielen Punkten in meinem heutigen Verhalten und meiner eigenen Erfahrungen wiedergespiegelt. Aber dann hört es schon auf und ich muss erkennen, dass eine wirkliche intensive Auseinandersetzung mit dieser Krankheit und deren Alternativen in der heutigen sogenannten Schulmedizin nicht stattfindet.
Ritalin verändert die Persönlichkeit eines Menschen und das auf eine Art und Weise, die keinen natürlichen Weg geht. Ritalin verhindert eine normale Entwicklung von einem Menschen. Ritalin ist ein Psychopharmaka mit Auswirkungen, die einen Menschen das ganze Leben negativ begleiten. Ich möchte hier auch nicht mehr persönliches preisgeben, aber ich kann aus eigener Erfahrung berichten, dass ich schon viele schwere Situationen durchleben musste, die ich mit 100 prozentiger Sicherheit aufgrund der Einnahme von Ritalin habe. Ritalin wird und wurde Piloten von Kampfjets gegeben, bevor diese einen Einsatz fliegen (Vietnam, Irakkrieg etc.) Mit Ritalin verschiebt man ein Problem in einen anderen Zeitraum, aber man löst das Problem nicht!! Das Symptom wird bekämpft aber nicht diese Ursache. Es gibt Alternativen zu Ritalin und diese sind sicherlich sehr aufwendig und man muss sich intensiv damit auseinandersetzen. Mittlerweile ist bekannt, dass es auch mit Bewegungsmangel und den Zusatzstoffen im Essen zu tun hat. Ich kann dass für mich bestätigen und weiß, dass dies ein Teil der Ursache für mein Problem war und ist. Ich kann es nur schwer nachvollziehen, auch gerade im Zeitalter von Internet und der Möglichkeit alternative Informationen zu bekommen, dass Eltern Ihrem Kind das Medikament verabreichen. Ein Problem ist heute nicht mehr, dass ich zappel oder nicht stillsitzen kann.
An dieser Stelle distanziere ich mich ausdrücklich , auch aufgrund der Aktualität, von den Scientologen und deren Gedankengut! Ich appelliere an alle Eltern, die vor der Entscheidung stehen Ritalin Ihren Kindern zu geben oder heute schon Ihren Kindern Ritalin verbreichen, dies zu überdenken und sich mit den vorhandenen Alternativen zu beschäftigen. Es gibt viele Erfolgsgeschichten auch ohne Ritalin und Co. Und eine Ernährungsumstellung ist aus meiner Sicht der Beginn auf natürlichem Wege, einen Menschen von dieser Krankheit zu befreien. Dazu braucht man sicherlich Zeit, Geduld und den Mut andere Wege zu gehen, aber das hat schon viele Menschen ausgezeichnet, die heute geheilt sind von Krankheiten wie Krebs, weil sie sich nicht durch die Schulmedizin in die Irre führen ließen. Matthias
Steinmeier Zum Haare-Raufen! Die ADHS-Forschung weist nicht selten Züge einer allgemeinen wissenschaftlichen Volksverblödung auf und ist wirklich zum Haareraufen! Sowohl die Wissenschaftler als auch deren gläubige Rezipienten scheinen sich wechselseitig andauernd mit dem Gummihammer auf die Köpfe zu schlagen, denn anders kann man ihre Undifferenziertheit und Denkfaulheit kaum verstehen. Ein treffliches Beispiel ist die neue Studie von Biederman u.a. Da machen sich die Autoren die Mühe, das Schicksal von kaukasischen Jugendlichen ganze 10 Jahre lang bis ins junge Erwachsenenalter zu verfolgen, um herauszukriegen, was die ehemals ADHS-diagnostizierten Jugendlichen im Vergleich zu nichtdiagnostizierten später alles mal so für Macken und Störungen haben werden. Und siehe da, die ADHS-Fälle haben auch später viel häufiger alle möglichen Störungen quer durch den psychiatrischen Gemüsegarten. Und was folgern die Wissenschaftler daraus? Erraten: Dies beweise wieder mal, wieviele Komorbiditäten es um ADHS herum gebe. ADHS sei eben eine Grunderkrankung, die sich im Verein mit oder in Verkleidung von vielen anderen Diagnosen darstelle. ADHS sei also fast überall dahinter. In den gängigen ADHS-Internetforen wird denn auch genau dies mit Begeisterung geglaubt. Alles ist in Wirklichkeit ADHS, ob der Arzt eine Depression findet, der Erziehungsberater Erziehungsprobleme oder der Schulpsychologe eine Leseschwäche: Gilt alles nicht, denn es ist in Wirklichkeit ADHS und Ritalin muss her! Wenn es für diese These nur einen einzigen vernünftigen Beleg gäbe, wäre sie ja hochinteressant. Aber leider ist die Welt nicht so einfach und gerade solche Studien belegen genau diese These eben nicht, weil man ihr Ergebnis ja auch ganz anders erklären und tatsächlich belegen kann, nämlich wie folgt: Wenn "ADHS" diagnostiziert wird, werden unspezifische Verhaltensweisen gemessen, die bei vielen ganz unterschiedlichen psychischen Störungen vorkommen. So, wie Fieber für sich betrachtet auch keine eigene Krankheit, sondern ein unspezifisches Symptom ist, das bei vielen ganz unterschiedlichen Krankheiten vorkommt. Es ist also ganz selbstverständlich, dass bei der näheren Betrachtung ganz unterschiedlicher Störungen sehr oft auch Verhaltensweisen wie Hyperaktivität, Unaufmerksamkeit oder Impulsivität (was immer das alles genau sein mag) zu beobachten sein werden. So, wie sowohl bei einer Lungenentzündung als auch bei Lungenkrebs oder Blasenkatarrh Fieber auftritt. Kein Mensch käme auf die Idee, eine Lungentzündung als Komorbidität von Fieber zu betrachten. Aber bei ADHS ist das offenbar alles kein Problem! Jedenfalls für die Leute, die ihre Intelligenz im Wartezimmer an der Garderobe zurücklassen. Abakus Stimulanzien
und Kokain: Russell Barkley u.a. beschäftigen sich in einer Studie mit der Frage, ob die Stimulanzienbehandlung von "ADHS"-Kindern deren späteren Drogenmissbrauch fördere. Gegenwärtig wird ja überall verbreitet, dass dem nicht so sei. In ihrer Untersuchung finden die Autoren aber ganz im Gegenteil, dass die Stimulanziengabe bei Kindern durchaus den Kokainmissbrauch als Erwachsener fördere. Die Autoren bringen diesen statistisch bedeutsamen Zusammenhang dann aber methodisch zum Verschwinden, indem sie den Schweregrad von ADHS und Verhaltenssstörungen parallelisieren. Man weiß aus anderen Untersuchungen, dass in solchen Fällen gern unterschieden wird zwischen "reinem" ADHS und Verhaltensstörungen, und dass dann unliebsame Ergebnisse gern auf die Verhaltensstörungen, nicht aber auf ADHS zurückgeführt werden (oder umgekehrt, wie es eben so passt). Aber wer unterscheidet so im klinischen Alltag? Richtig, niemand. Im Gegenteil, was heute mit ADHS diagnostiziert wird, sind weit überwiegend Verhaltensstörungen. Denn "reines" ADHS: Was soll das sein? Das Vorgehen von Barkley u.a. kritisiert denn auch die uns hier schon bekannte Lydia Furman. Sie äußert ihr Erstaunen darüber, welche Mühe sich die Autoren gäben, ein ihnen unbequemes Forschungsergebnis zum Verschwinden zu bringen. Sie meint, die Autoren hätten "unglücklicherweise" herausgefunden, dass eine Stimulanzienbehandlung bei Kindern den späteren Kokainmissbrauch wahrscheinlicher mache, und gäben sich dann große Mühe, dem Leser deutlich zu machen, dass daran eben doch nichts sei. Furman verdächtigt die Autoren also der Datenmanipulation im erwünschten Sinne. Die Autoren seien nicht objektiv und neutral, sondern unterlägen ihrer Voreingenommenheit im Sinne einer grundsätzlichen Pro-Stimulanzien-Einstellung, der sich die statistischen Daten zu fügen hätten. Schließlich strengten sie sich nicht gleichermaßen an, ihre anderen, erwünschteren Ergebnisse ebenso kritisch zu überprüfen. Darauf entgegnet Barkley ausführlich, dass das betreffende Ergebnis Zufall sein könne. Denn in vielen anderen, ebenfalls kritischen Überprüfungen habe sich nirgends ein Zusammenhang zwischen Stimulanzienbehandlung in der Kindheit und Drogenmissbrauch als Erwachsener gezeigt. Er bleibe also bei seiner Überzeugung, dass es keinerlei überzeugenden Beleg für einen solchen Zusammenhang gebe. Der Leser solle sich selbst ein Bild davon machen, ob er (Barkley) voreingenommen sei. Dem schließen wir uns gerne an. H.-R.
Schmidt Warum einfach, wenn´s auch kompliziert geht? Hier wurde
schon angemerkt, welch seltsame Kapriolen die ADHS-Forschung
schlägt. Da gibt es zum Beispiel Elisabeth Dägling, eine Erzieherin,
die auf ihrer website das Denken verstehen will und
bereits 1999 behauptet, die wahre Ursache von ADHS
gefunden zu haben (Zitat: "1999: Entdeckung der Ursache von ADHS:
Es gibt zwei verschiedene, in sich homogene menschliche
Gehirne"). Sie behauptet kühn, dass ADHSler ein
anderes Gehirn hätten als Normalos. So, wie es ein
weibliches und männliches Gehirn gebe, so gebe es auch
ein Normalo- und ein ADHS-Gehirn. Sie hörte nämlich von
zwei unterschiedlichen kognitiven Stilen des Menschen,
wie sie Inge Schwank von der Universität Osnabrück
postuliert, den prädikativen und den funktionalen. Und
schon war die Ursache von ADHS endlich gefunden: Die
ADHSler denken angeblich anders, nämlich funktional,
Normalos prädikativ! Mal abgesehen davon, dass dies kausal gar nichts in Bezug auf eine ADHS-Ursache erklärt, kann man alles wieder mal viel einfacher erklären, als durch die hochkomplizierte Annahme, es gäbe zwei verschiedene Hirne. Die Autorin stellt zum Beispiel fest, dass ADHS-Kinder beim Bauen mit Baufix anders vorgehen als Nicht-ADHS-Kinder. Während letztere die Stückliste auf der Bauanleitung für ein Modell verwenden und systematisch erst die notwendigen Bauteile zusammenstellen, bevor sie mit dem Zusammenbau beginnen, springen die ADHS-Kinder gleich zur Schlussdarstellung des fertigen Modells und versuchen dann erst, die dafür notwenigen Teile herauszufinden. Aus solchen Beobachtungen zu schließen, die einen Kinder würden prädikativ, die anderen funktional denken, klingt schon sehr gewagt. Aber darin die Bestätigung zu sehen, sie hätten von Geburt an unterschiedliche Gehirne, ist aberwitzig und unseriös. Auf jeden Fall sind ADHSler demnach bei den Ikea-Bauanleitungen total aufgeschmissen. Man sollte Ikea auffordern, seine prädikativen Bauanleitungen endlich für ADHSler anzupassen, nach dem Slogan Lebst du schon, oder prädikatierst du noch? Dabei ist doch alles wieder mal viel einfacher: Die ADHS-Kinder sind definitionsgemäß und erfahrungsbedingt ungeduldiger, impulsiver. Sonst hätten sie ja ihre Diagnose nicht. Deshalb ist es ihnen zu langweilig und zu langwierig, mit Geduld und Spucke erst die Baufix-Stückliste durchzugehen. Sie springen lieber gleich zum Endprodukt, das geht aus ihrer Sicht (scheinbar) schneller. Es ist ihre Ungeduld, ihre geringe Frustrationstoleranz (sie können schlecht warten), die das Versuchsergebnis viel schlichter erklären kann als die Annahme unterschiedlicher Denkstile, die in unterschiedlichen Gehirnen wurzeln. Eine gute wissenschaftliche Theorie ist sparsam. Aber warum einfach, wenn´s auch kompliziert geht? Befürchtet Gefahr
(mit und) für Ritalin Auch Karl Gebauer
schreibt:
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Jugend- ADS-Disk bke Bundeskonferenz für Erziehungs- |