Willkommen im CAFÉ HOLUNDER
ARCHIV:

ADS: Gibt´s das wirklich?

ADS-Bücher: Kritisch
betrachtet

Ritalin: Ein folgen-
schwerer Irrtum

Aus der Sicht unserer
Kinder

Das Verschwinden der Mädchen von der
Bildfläche

Gibt es ein Bisschen ADS?

Exklusiv: Die HÜTHER-Studie

Das Anlage-Umwelt-
Problem

Oh wie verführerisch
ist doch das ADS!

Alternativen bei ADS

Fragiles X-Syndrom

Alternative Behandlung
bei ADD

Familie und ADS

Alternative Sichtweisen bei ADS

Fundsachen: ADS-Foren kritisch betrachtet Teil 1

Fundsachen: ADS-Foren kritisch betrachtet Teil 2

Quellensammlung

Böse Witze

Jacob Cartoons


ADS-KRITIK
1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22 23 24 25 26 27 28 29 30 31 32 33 34 35 36

Hinweis: Bitte aktualisieren Sie diese Seite, damit Sie den jeweils aktuellen Beitrag unten lesen koennen.


Alm oder Ritalin?

Ritalin stellt ruhig

Es rauscht wieder mal erheblich im herbstlichen ADHS-Blätterblatt! Einige vorweihnachtliche Presseveröffentlichungen haben die Gemüter der braven deutschen ADHS-Gemeinschaft stark aufgewühlt. Der STERN, der SPIEGEL und auch GEO haben sich mit ADHS und Ritalin auf eine Weise beschäftigt, die bei Anhängern des schulmedizinischen ADHS-Konstrukts wieder mal für helle Empörung gesorgt hat. In allerlei seitenlangen und teils polemischen sowie fachlich falschen Stellungnahmen haben sich ADHS-Verbände und Foren an ihre Fans und die Verlage gewendet, Überlegungen zur Anrufung des Presserats und sogar der europäischen Menschenrechtskomission (!) in den Diskurs geworfen, sowie sich haareraufend geschworen, keine solchen „bunten Blätter“ mehr zu kaufen. Sie werfen den Redaktionen Falschinformation der Öffentlichkeit vor, scheuen sich aber gleichzeitig nicht, in ihren eigenen Stellungnahmen so manchen Unsinn zu behaupten.

Worum geht es?
Unter wissenschaftlicher Begleitung von G. Hüther verbrachten einige ADHS-Kinder 8 Wochen auf einer Alm, wobei sie auf ihre gewohnte tägliche Ritalin-Dosis verzichteten. Der STERN berichtete darüber. Den Kindern ging es dort offenkundig sehr gut, sie und ihre Eltern waren sehr zufrieden mit dem Erfolg. Dahinter steckte die Überzeugung, dass ADHS keine krankhafte Hirnfunktionsstörung sei, sondern eine angelernte Verhaltensproblematik, die genauso wieder verlernt werden könne. Für die konservative ADHS-Gemeinde eine Provokation. Für die Wissenschaft eine immer aktueller werdende Variante im Diskurs um ADHS.  Der SPIEGEL berichtete über den Missbrauch von Psychostimulanzien im Sinne des Neuro-Enhancements bzw. Hirndopings und schilderte den tragischen Werdegang einer ritalinsüchtigen Pharmazeutin. Ritalin und Sucht? Für die konservative ADHS-Gemeinde eine Provokation. Für die Wissenschaft nach wie vor eine offene Frage.

„Nie wieder kaufe ich den STERN“
So oder ähnlich lautete die trotzig-kindliche Reaktion vieler sogenannter ADHS-Betroffener. STERN, SPIEGEL und GEO können dies natürlich leicht verkraften, denn die weit überwiegende Mehrheit der Leser denkt wie sie. Wir wollen hier nicht ausführlicher eingehen auf die Stellungnahmen von  z.B.
ADHS-Deutschland oder TOKOL. Der geneigte Leser möge sie sich selber zu Gemüte führen. Dort wird z.B. solch Unsinn behauptet, dass bestimmte Trägerstoffe der Ritalinpillen Depressionen auslösen können. Die vor Empörung nur so strotzenden Antworten an die Redaktionen von SPIEGEL und STERN blieben denn auch ohne jede Reaktion, nirgends wurden sie veröffentlicht. Keine Redaktion veröffentlicht solche ellenlangen Stellungnahmen. Ein Beleg für die Weltfremdheit der ADHS-Gemeinde, oder anders ausgedrückt: reine ADHS-Selbstbefriedigung.

Aber auf eine Klage in diesen Stellungnahmen möchten wir doch einmal etwas ausführlicher eingehen, weil sie immer wieder vorgebracht wird, aber dadurch natürlich nicht wahrer wird: J. Streif bringt sie so vor: Die Fehler beginnen…mit der Aussage, hunderttausende von Kindern würden mittels Methylphenidat (MPH) „ruhiggestellt“. Abgesehen von der Frage, warum der „stern“ im Weiteren mit großer Hartnäckigkeit für den Markennamen „Ritalin“ Werbung macht, ist der Begriff der „Ruhigstellung“ angesichts eines Medikamentes, das zu den Stimulanzien zählt, schlicht falsch. ADHS-Deutschland . Auch TOKOL und einige andere blasen ins gleiche Horn.

Ritalin stellt ruhig
Eines ist klar: Ritalin ist ein Stimulanz, das pharmakodynamisch u.a. wie folgt wirkt:

  • stimmungsaufhellend und euphorisierend
  • vermittelt ein Gefühl erhöhter Energie
  • steigert die Aufmerksamkeit, Wachheitsgrad und Leistungsfähigkeit
  • senkt den Appetit
  • vertreibt Müdigkeit
  • Blutdruck und Puls steigen
  • die Pupillen erweitern sich
  • die Muskulatur wird stärker durchblutet
  • Sauerstoff und Glucosekonzentration im Blut steigen an
  • Zum Teil können auch empathogene und halluzinogene Effekte auftreten (n. Rätsch 1998).

Aber das alles interessiert in der Praxis natürlich nur Wissenschaftler oder hoffentlich manchmal auch Ärzte. Eltern, Lehrer und Erzieherinnen interessiert das nicht. Sie interessieren sich allein für das wunschgemäß veränderte Verhalten eines pillen-schluckenden Kindes.Sie geben dem Kinde Ritalin, weil es das Verhalten paradoxerweise beruhigt, weil es die Kinder ruhiger macht, ruhig stellt. Psychostimulanzien können nämlich nach vielerlei Aussagen von ADHS-Fachleuten und Betroffenen

  • die Ablenkbarkeit reduzieren,
  • die Fähigkeit, Aufgaben abzuschliessen, verbessern,
  • Hyperaktivität und Ruhelosigkeit reduzieren
  • und die Impulsivität abschwächen (Rossi & Winkler)

Hyperaktivität und Ruhelosigkeit zu reduzieren, bedeutet natürlich nichts anderes als ruhigmachen, ruhigstellen. Eichlseder fand, dass 71 % der Eltern, die wegen ADHS zu ihm in die Praxis kamen, über motorische Unruhe ihres Kindes klagten. Er stellt fest, dass die Verabreichung von Amphetaminen die Kinder „in positivem Sinne“ verändert, was nichts anderes heißt, als dass sie auch motorisch ruhiggestellt werden (Eichlseder) . Leslie Iversen fragt: Wie lässt sich die scheinbar paradoxe Wirkung der Psychostimulanzien erklären, die Kinder mit ADHS beruhigt und ihre kognitive Leistungsfähigkeit verbessert? (Iversen 2009). Auch Sponsel stellt klar: Das Amphetamin Ritalin® wirkt bei Kindern eher beruhigend. Sponsel

Besonders klar wird die ruhigstellende Wunschwirkung aber in den vielen Beobachtungen der Ritalin-Mütter, die sich in einschlägigen Internetforen austauschen: Eine Mutter teilt mit: Gegessen hat er sowieso mehr schlecht als recht mit ihnen, ewig Bauchschmerzen, ruhig und traurig. Hauptsache, er passt gut auf und schreibt schön!.... Eine andere Mutter schreibt: Die Wirkung scheint bei ihm auch sehr lange zu halten. Ich habe das Gefühl, daß es mehr als 4 Stunden wirkt, heute war er wirklich von 9 Uhr morgens ( Einnahme) bis 16 Uhr sehr ruhig und ausgeglichen. Mein Sohn nimmt jetzt seit Samstag 10 mg Ritalin morgens ( im Moment um 8-8.30 Uhr, da wir in Urlaub sind) und er scheint 1/2 Stunde später tatsächlich ruhiger/mitarbeitswilliger zu sein als vorher. Vor der Tablette nörgelt er rum, danach ist er den "liebsten" Sohn... ADS-Hyperaktivität . Bei Tokol liest man in einem Erfahrungsbericht eines Betroffenen: METHYLPHENIDAT wirkt bei AD(H)S in der Form, dass es diesen Fluss, auf dem die Schiffchen schwimmen, beruhigt und so der Betroffene die Möglichkeit hat, den Kurs der Schiffe richtig zu lenken…

Wer die alltägliche Ritalinwirkung auf Kinder beobachtet, hat überhaupt keinen Zweifel an der ruhigstellenden Wirkung des Psychopharmakons. Diese Wirkung ist einer der Hauptgründe für die massenhafte Verschreibung. Es ist ein Skandal, dass die ADHS-Lobby diese Realität nach wie vor ausblenden und schönreden will. Es passt einfach nicht in ihr medizinisch- biologistisches Krankheitsmodell von ADHS, dass Eltern, Lehrer und Erzieherinnen ganz einfach Kinder, denen sie in ihrem familialen und beruflichen Alltag nicht gerecht werden wollen oder können, mittels Psychopharmaka pflegeleicht und ruhiggestellt machen wollen. ADHS hat ganz einfach eine genetisch bedingte Krankheit zu sein. Eltern-, Lehrer- oder Erzieherinnenverantwortung oder ihr Versagen passen da nicht ins Bild.

Diese Leute sind langsam aber sicher von Vorgestern. ADHS entpuppt sich nämlich immer mehr als das, was es wirklich ist: Eine psychogene Verhaltensstörung. Psychotherapie und Psychoedukation heilen. Ritalin stellt nur ruhig.

Literatur:
L. Iversen: Speed, Ecstasy, Ritalin. Amphetamine – Theorie und Praxis. Huber 2009
Chr. Rätsch: Enzyklopädie der psychoaktiven Pflanzen. Botanik, Ethnopharmakologie und Anwendung. Stuttgart: Wiss. Verl.-Ges. Aarau 1998

O. Belchamps
08.01.2010


Frag` Dr. van den Haag!
Heute: Evidenzbasierte Medizin empfiehlt:

Kümmel für Kümmerling

Otthilie Kümmerling: Herr Dr. van den Haag, ich brauche wieder meine Monatstonne Edronax gegen mein ADHS nebst komorbider Depression. Also rücken Sie schon Ihren vorausgefüllten Rezeptblockbuster raus und überziehen Sie Ihr Budget!
Dr. van den Haag:
Edronax nützt nix! Das verschreib ich nit meh.
Otthilie Kümmerling:
Was soll das heißen, bedeuten und gleichzeitig aussagen bzw. klarstellen? Will sagen richtigstellen? Oder aufklären? Immerhin haben Sie mir dies Zeug jetzt 6 Jahre lang verschrieben. Geholfen hat es zwar nix, aber ich bin mittlerweile davon total abhängig. Also zücken Sie schon Ihr Ding, Ihren Füllfederhalter!
Dr. van den Haag:
Lassen Sie uns hierauf erstmal einen Kümmel trinken, Frau Kümmerling. Es ist so, dass die meisten Dingens gegen Depressionen nix nützen, nach neuen Erkenntnissen der evidenzbasierten Medizin.
Otthilie Kümmerling:
Prost, Dokterchen. Aber sag einer an, wenn dem so ist, wieso hat er dann das Zeug so lange verschrieben (bitte einen zweiten, doppelten Kümmerling auf diesen Schock gereicht zu bekommen. Dankesehr!)
Dr. van den Haag:
Prost, Otthilie, aber ich konnte ja nicht wissen, dass die Pharma immer nur positive Forschungsergebnisse veröffentlicht, und die negativen versteckt. Die Firma hat mir ja auch nich schlecht extra gelöhnt dafür, wenn ich das Zeug verschreibe. Aber weissu, Otthilie, trinken wir noch nen Kümmerding, und alles andre muss dich ja garnich kümmeln.
Otthilie Kümmerling:
Prosit, Dokter! Fühle mich bereisdeulich besser im Sinne von beschwingt und total dudeljöh! Besuch bei Dir lohnt sich doch jesmal. Was heiss übichens evdensbas Medizin (hickup hoch zwei)?
Dr. van den Haag:
Das is Mezin die wo sich nach Foschungsdergenissen von Herrn
Sawicki richtet. Aber mein liebe Kümmeling, darauf können wir verzichennichwahr? Haupsach wiaham unsan Kümmel-Ding, nichwahr!
Otthile von Kümmerling:
Dann verschreim Sie mir mal gleich nen Hektoliter davon, gen mein ADHS mit koformidabler Deperession! Offleibel sebstänlich.


Wo die starken Kerle wohnen...

Nach dem Bericht im STERN nun im TV in der Serie 37 Grad
http://37grad.zdf.de/ZDFde/inhalt/14/0,1872,1020910_idDispatch:9388100,00.html

 

 


Ein halbes Jahr später: stern fragt nach.
ADRIANS NEUES LEBEN

Sie sollten lernen, ohne Tabletten auszukommen. Dazu verbrachten 11 Jungen mit ADHS
den Sommer 2009 auf einer Südtiroler Alm. Der stern, der über das Projekt berichtete,
hat einige der Eltern und Kinder erneut befragt. Wie kommen die Jungs heute in ihrem
Alltag zurecht?
Von 11 Kindern nehmen ein halbes Jahr später 10 keine Tabletten mehr.

Hier für alle, die geschworen haben, niemehr den stern zu kaufen, zum heimlichen Lesen
:
Alm statt Ritalin


Konferenz ADHS

SPRECHSTUNDE

PsychoMetriX

Heinrich-Meng

Jugend-
Beratung


Impressum

Ihr Beitrag

ADS-Disk
Forum

Kunst im Café

Counter

Diese Seite:
Counter

bke Bundeskonferenz für Erziehungs-
beratung: