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Willkommen im
Café Holunder, in dem "ADS" bzw.
"ADHS" ("Aufmerksamkeits-
Defizitstörung mit oder ohne Hyperaktivität")
kritisch hinterfragt wird. Sie starten hier auf
der aktuellen Seite 37. Oben sind alle
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Ihr Dipl.-Psych. H.-R. Schmidt |
10
Jahre Café Holunder
Liebe Gäste,
unser Café Holunder feiert sein zehnjähriges Bestehen!
In ganz Deutschland ist es inzwischen bekannt, und es hat
wesentlich dazu beigetragen, die Modekrankheit ADHS
kritisch zu hinterfragen. Vielen Eltern, Lehrern,
Fachleuten und angeblich Betroffenen konnte dabei
geholfen werden, selber oder im Umgang mit ihrem Kind
oder ihrer Klientel nicht in die ADHS-Medikamentenfalle
zu tappen, sondern immer genau nachzusehen, worin die
Probleme eines Menschen psychosozial oder medizinisch
wirklich wurzeln.
In der KONFERENZ ADHS haben wir die Unterstützung
renommierter Fachleute gewonnen und unserem Café
sozusagen einen Seminarraum anschließen können.
Während Sie also im Café auch weiterhin Ihren Café
Latte schlürfen, sich informieren, unterhalten und
austauschen können, bietet die Konferenz
wissenschaftliche Beiträge und Informationen, nebst
unseren Pressemitteilungen.
Besuchen Sie uns also weiter so gerne wie bisher, und
bleiben Sie kritisch!
Ihr Café Holunder im Januar 2012
Das ADHS-Diagnose-Dilemma (ADD)
Diagnose
zu oft und zu oft falsch
Bereits im Jahr 2000 fanden Angold u.a.,
dass mehr als die Hälfte der ADHS-Diagnosen bei Kindern
nicht den Diagnoserichtlinien entsprach und damit falsch
war. Fast 75 % der Kinder, die mit Methylphenidat
behandelt wurden, hatten eine falsche ADHS-Diagnose (Angold
2000). Im Jahre 2010 berichtete Todd Elder nach der
Untersuchung der Daten von 12 000 Kindern, dass es in USA
wahrscheinlich 1 Million Kinder mit einer falschen ADHS-Diagnose
gibt (Elder 2010). Und nun haben in diesen Tagen
Bruchmüller u.a. einmal bei Diagnostikern getestet, ob
sie sich an die offiziellen Diagnoserichtlinien halten,
wenn sie gebeten werden, eine Diagnose zu stellen. Und
siehe da, bei fast 17 % der Kinder, die laut Richtlinien
gar kein ADHS hatten, wurde es ihnen dennoch
diagnostiziert. Und wenn es sich dabei um einen Knaben
handelte, wurde es -wie gesagt, bei gleicher Symptomatik
- gleich doppelt so häufig diagnostiziert wie bei einem
Mädchen (Bruchmüller 2012).
Diese wenigen
Forschungsergebnisse zeigen, wie viele Kinder es gibt,
die gar kein ADHS haben und dennoch mit Psychopharmaka
behandelt werden bzw. mit dieser stigmatisierenden
Diagnose leben müssen. Nicht nebenbei bemerkt: Ob
Menschen, bei denen man richtliniengetreu ADHS
diagnostiziert, ADHS haben oder nicht doch irgendeine
andere (oder gar keine) Verhaltensauffälligkeit aus dem
Katalog der über 50 anderen Probleme gleicher
Symptomatik, ist ohnedies unklar. Und Besserung ist nicht
in Sicht, wenn man sieht, mit welchen unüberprüften und
selbsterdachten Methoden so mancher Diagnostiker z.B. die
Diagnose bei Erwachsenen findet: der Psychiater Hans-Christoph
Schimanski inszeniert seinen sog. "Außenfiltertest
bei ADHS", der angeblich spezifisch für ADHS sei,
wobei er Methylphenidat tatsächlich immer noch als
Diagnostikum verwendet. Kaum glaublich, aber wahr (Schimanski
2012). Der Arzt Martin Winkler verlässt sich sogar auf
sein "Bauchgefühl" (Winkler 2012).
Quellen:
Angold A, Erkanli A, Egger H.L, Costello
E.J. (2000): Stimulant treatment for children: a
community perspective. J Am Acad Child Adolesc Psychiatry.
2000 Aug;39(8):975-84.
Bruchmüller K, Margraf J, Schneider S.
(2012): Is ADHD diagnosed in accord
with diagnostic criteria? Overdiagnosis and influence of
client gender on diagnosis. J Consult Clin Psychol. 2012
Feb;80(1):128-38.
Elder, T.E. (2010):
The importance of relative standards in ADHD diagnoses:
evidence based on exact birth dates. J Health Econ. 2010 Sep;29(5):641-56.
Schimanski, H-Chr.(2012): http://www.schimansky-netz.eu/formulare/aussenfiltertest-bei-adhs.pdf
Winkler, M. (2012): http://adhsspektrum.wordpress.com/2012/01/03/was-ist-adhs-und-was-nicht/
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